Liquid Restaking Guide: EigenLayer, EtherFi & die Rendite-Pyramide
Restaking ist die nächste Evolution von Ethereum-Staking: Verdiene mehrfach Rendite auf dieselben ETH. Dieser Guide erklärt EigenLayer, vergleicht Liquid Restaking Tokens und zeigt dir Schritt für Schritt, wie du deine erste Restaking-Position aufbaust.
Was ist Restaking? — Von ETH-Staking zu EigenLayer
Restaking ermöglicht es dir, bereits gestakte ETH erneut einzusetzen, um zusätzliche Protokolle (Actively Validated Services, AVS) abzusichern — und dafür extra Belohnungen zu erhalten. EigenLayer ist das führende Restaking-Protokoll mit über $15 Milliarden TVL.
Um Restaking zu verstehen, hilft es, die Entwicklung zu betrachten. Beim klassischen Ethereum-Staking setzt du 32 ETH (oder weniger über Liquid Staking) ein, um die Ethereum-Blockchain zu sichern. Dafür bekommst du aktuell rund 3–4% APY. Deine gestakte ETH sichert aber NUR Ethereum — sie „sitzt herum" und tut nichts anderes.
EigenLayer hatte eine revolutionäre Idee: Was wäre, wenn dieselbe gestakte ETH gleichzeitig auch andere Protokolle sichern könnte? Statt nur Ethereum zu validieren, könnten Staker ihre wirtschaftliche Sicherheit auch für Brücken, Orakel, Datenverfügbarkeitsschichten und andere Dienste bereitstellen — und dafür zusätzliche Belohnungen kassieren.
Diese zusätzlichen Dienste nennt EigenLayer Actively Validated Services (AVS). Jedes AVS ist ein Protokoll, das Ethereum-Sicherheit über EigenLayer „mietet", statt eine eigene Validator-Basis aufzubauen. Beispiele für AVS: EigenDA (Datenverfügbarkeit für Rollups), Omni Network (Cross-Chain-Messaging), AltLayer (Rollup-Infrastruktur), Lagrange (ZK-Proofs).
💡 Restaking in einem Satz
Wie funktioniert EigenLayer technisch?
1ETH staken (Basis-Schicht)
Du stakst deine ETH — entweder direkt als Validator (32 ETH) oder über ein Liquid Staking Protokoll wie Lido (stETH) oder Rocket Pool (rETH). So verdienst du die Basis-Staking-Rendite von ~3–4% APY.
2In EigenLayer einzahlen (Restaking-Schicht)
Du zahlst deine LST (z.B. stETH) in EigenLayer ein — oder nutzt „Native Restaking" mit einem eigenen Validator. EigenLayer registriert deine Einlage als wirtschaftliche Sicherheit, die für AVS genutzt werden kann.
3Operator wählt AVS (Sicherungs-Schicht)
Ein Operator (Node-Betreiber) validiert für ein oder mehrere AVS und nutzt deine restakte ETH als Sicherheit. Die AVS bezahlen den Operator, der einen Teil der Rewards an dich als Restaker weitergibt. Je mehr AVS du sicherst, desto mehr Rewards — aber auch mehr Slashing-Risiko.
Liquid Restaking Tokens (LRT) — eETH, ezETH, pufETH & rswETH
Liquid Restaking Tokens (LRTs) sind tokenisierte Restaking-Positionen. Statt deine ETH in EigenLayer zu sperren, bekommst du einen handelbaren Token zurück, den du in DeFi weiterverwenden kannst. LRTs sind für Restaking, was stETH für Ethereum-Staking ist.
Das Problem mit „nativem" EigenLayer-Restaking: Deine ETH sind gesperrt. Du kannst sie nicht als Collateral nutzen, nicht auf Pendle traden, nicht auf Aave verleihen. LRT-Protokolle lösen dieses Problem: Sie nehmen deine ETH, staken und restaken sie für dich und geben dir einen liquiden Token zurück.
🔷 EtherFi eETH — Der Marktführer
EtherFi ist das größte Liquid Restaking Protokoll mit über $5 Milliarden TVL. eETH ist der native LRT, der automatisch ETH-Staking-Rewards + EigenLayer-Restaking-Rewards akkumuliert. EtherFi zeichnet sich durch Non-Custodial Validator-Betrieb, breite DeFi-Integration (Pendle, Aave, Balancer) und ein eigenes Points-System (EtherFi-Points + EigenLayer-Points) aus. Der eETH-Token ist ein Rebasing-Token — dein Guthaben steigt automatisch mit den Erträgen.
🟢 Renzo ezETH — Cross-Chain Pioneer
Renzo Protocol verwaltet über $2 Milliarden TVL und war eines der ersten LRT-Protokolle, das auf mehreren Chains verfügbar wurde (Ethereum, Arbitrum, BNB Chain, Blast). ezETH ist ein Value-Accruing-Token — statt Rebasing steigt der Preis relativ zu ETH. Renzo hat bereits seinen $REZ-Token gelauncht und verteilt weiterhin ezPoints an Nutzer.
🛡️ Puffer pufETH — Anti-Slashing Fokus
Puffer Finance differenziert sich durch seinen Fokus auf Slashing-Schutz. Puffers „Secure-Signer"-Technologie (basierend auf Intel SGX) reduziert das Risiko, dass Validatoren geslasht werden. pufETH hat über $1 Milliarde TVL. Das Protokoll hat seinen $PUFFER-Token gelauncht und bietet zusätzlich Puffer-Points für Nutzer.
🌊 Swell rswETH — Vertikale Integration
Swell bietet sowohl einen Liquid Staking Token (swETH) als auch einen Liquid Restaking Token (rswETH) an — vertikale Integration. rswETH hat über $500 Millionen TVL. Swell entwickelt zusätzlich eine eigene L2-Blockchain (Swell L2), die rswETH als Gas-Token nutzen soll. Pearls (Swell Points) werden an rswETH-Holder verteilt.
LRT-Vergleich: TVL, APY, Chains & Risiken
Der Liquid Restaking Markt hat sich 2024/2025 rasant entwickelt. Hier ist ein detaillierter Vergleich der vier führenden LRT-Protokolle, damit du die beste Wahl für deine Strategie treffen kannst.
| LRT | TVL | Base APY | Chains | Token-Typ | Risiko |
|---|---|---|---|---|---|
| EtherFi eETH | ~$5 Mrd. | 3,5–5% | ETH, Arb, Base | Rebasing | 🟡 Mittel |
| Renzo ezETH | ~$2 Mrd. | 3,2–4,5% | ETH, Arb, BNB, Blast | Value-Accruing | 🟡 Mittel |
| Puffer pufETH | ~$1,2 Mrd. | 3,0–4,2% | ETH, Arb | Value-Accruing | 🟢 Niedriger* |
| Swell rswETH | ~$500 Mio. | 3,0–4,0% | ETH | Value-Accruing | 🟡 Mittel |
Stand: Februar 2026 · *Puffer: niedrigeres Slashing-Risiko durch Secure-Signer · APY exkl. Points/Airdrops · Quellen: DefiLlama, Protokoll-Dashboards
Yield Stacking: ETH → stETH → Restake → LRT → DeFi
Die wahre Macht von Liquid Restaking liegt im „Yield Stacking" — dem Stapeln mehrerer Renditequellen übereinander. Jede Schicht generiert eigene Erträge, und durch die Komposabilität von DeFi kannst du dein Kapital gleichzeitig in mehreren Protokollen arbeiten lassen.
Der optimale Stack — Schicht für Schicht
1ETH → stETH (Liquid Staking)
Du stakst ETH über Lido und erhältst stETH. Rendite: ~3,4% APY (ETH Consensus + Execution Rewards). stETH ist ein Rebasing-Token — dein Guthaben steigt täglich automatisch. Lido hat den größten Market Share im Liquid Staking mit über $15 Mrd. TVL.
2stETH → Restake via EtherFi (Liquid Restaking)
Du zahlst ETH bei EtherFi ein (das Protokoll kümmert sich ums Staking + Restaking) und erhältst eETH. Zusätzliche Rendite: ~0,5–1,5% APY aus AVS-Rewards. Plus: EtherFi-Points + EigenLayer-Points, die in zukünftige Token-Airdrops konvertiert werden können.
3eETH → Pendle (Yield Trading)
Du setzt deinen eETH auf Pendle ein — entweder als PT (Fixed Yield 5–8%) oder als LP (Fees + PENDLE-Rewards 5–15%). Zusätzliche Rendite: 3–10% APY. Bonus: YT-Holder bekommen die vollen EtherFi- und EigenLayer-Points.
4Alternativ: eETH → Aave (Lending)
Du nutzt eETH oder weETH (Wrapped eETH) als Collateral auf Aave V3. Du kannst dagegen Stablecoins leihen und diese wiederum in Yield-Strategien einsetzen (Leverage-Looping). Zusätzliche Rendite: variabel, aber 2–5% APY durch die Stablecoin-Position möglich. Achtung: Leverage erhöht das Liquidationsrisiko erheblich!
📊 Beispiel: Gesamt-Rendite des Stacks
- ETH-Staking: ~3,4% APY
- + Restaking-Rewards: ~1,0% APY
- + Pendle LP/PT: ~5,0% APY
- + Points-Wert (geschätzt): ~3–10% APY
- = Gesamt: ~12–20% APY (je nach Points-Bewertung)
⚠️ Risiko-Warnung: Stack-Komplexität
Die Rendite-Pyramide — Base Yield + Restaking + Points + DeFi
Die Rendite-Pyramide visualisiert die verschiedenen Ertragsschichten beim Liquid Restaking. Je höher du in der Pyramide steigst, desto mehr Rendite — aber auch desto mehr Risiko und Komplexität.
Schicht 1: ETH Staking (Basis) — 3–4% APY
Ethereum Consensus + Execution Rewards. Sicherste Schicht, seit 2022 live. Über Lido (stETH), Rocket Pool (rETH) oder direkt.
Schicht 2: Restaking (EigenLayer) — +0,5–2% APY
AVS-Rewards für die Sicherung zusätzlicher Protokolle. Seit 2024 mit live AVS-Rewards. EigenLayer + LRT-Protokoll.
Schicht 3: Points & Airdrops — +3–15% APY (geschätzt)
EigenLayer Points, LRT-Points (EtherFi, Renzo etc.), Partner-Points. Spekulativer Wert — kann sehr lukrativ sein, ist aber nicht garantiert.
Schicht 4: DeFi-Composability — +2–10% APY
LRT als Collateral auf Aave, in Pendle-Pools, als LP auf Balancer/Curve. Zusätzliche Rendite durch DeFi-Strategien.
Schicht 5: Leverage (Experten!) — Multiplikator
LRT als Collateral → Stablecoins leihen → zurück in LRT = gehebelte Position. Extrem risikoreich — Liquidation bei Depeg möglich!
Die meisten Nutzer sollten bei Schicht 1–3 bleiben. Schicht 4 erfordert DeFi-Erfahrung und aktives Monitoring. Schicht 5 (Leverage) ist nur für erfahrene DeFi-Power-User geeignet, die Liquidationsrisiken verstehen und aktiv managen können.
Risiken beim Liquid Restaking — Ehrliche Analyse
Liquid Restaking ist eine der komplexesten DeFi-Strategien und bringt mehrere Risikoschichten mit sich. Wer nur die Rendite sieht und die Risiken ignoriert, wird langfristig verlieren. Hier sind die fünf Hauptrisiken.
⚡ Slashing-Risiko
Beim Restaking sicherst du zusätzliche Protokolle (AVS). Wenn der Operator fehlerhaft handelt oder ein AVS angegriffen wird, können deine restakten ETH „geslasht" (gekürzt) werden. EigenLayer hat Slashing-Bedingungen implementiert, die je nach AVS unterschiedlich streng sind. Bisher sind keine größeren Slashing-Events aufgetreten, aber das Risiko ist real und steigt mit der Anzahl der gesicherten AVS.
🔐 Smart-Contract-Risiko (mehrfach!)
Beim Yield Stacking trägst du das Smart-Contract-Risiko JEDER Schicht: Ethereum-Staking-Contract + Lido (stETH) + EigenLayer + EtherFi (eETH) + ggf. Pendle oder Aave. Jede Schicht wurde auditiert, aber kein Audit gibt 100% Sicherheit. Ein Bug in einem einzigen Protokoll kann die gesamte Position gefährden. Diversifiziere über mehrere LRT-Protokolle, um das Risiko zu streuen.
💱 Depeg-Risiko
LRT-Token wie eETH, ezETH oder pufETH sollten ungefähr 1:1 mit ETH gehandelt werden. In Stressphasen kann ein LRT aber unter seinen fairen Wert fallen (Depeg). Im Juni 2024 verlor ezETH kurzzeitig ~5% seines ETH-Pegs. Wenn du den LRT als Collateral auf Aave nutzt, kann ein Depeg eine Liquidation auslösen — selbst wenn der ETH-Preis stabil bleibt.
🧩 Komplexitäts-Risiko
Je mehr Schichten du stapelst, desto schwieriger wird es, dein Gesamtrisiko zu überblicken. Interaktionen zwischen Protokollen können unerwartete Effekte haben. Außerdem ändern sich APYs, Points-Programme und AVS-Rewards laufend. Aktives Monitoring ist Pflicht — Liquid Restaking ist keine „Set-and-Forget"-Strategie. Wenn du nicht mindestens wöchentlich deine Positionen prüfen willst, ist einfaches ETH-Staking die bessere Wahl.
📊 Zentralisierungs-Risiko
EigenLayer kontrolliert einen signifikanten Anteil der gestakten ETH-Sicherheit. Wenn ein Problem bei EigenLayer auftritt, betrifft es gleichzeitig alle LRT-Protokolle, alle AVS und alle DeFi-Positionen, die auf LRTs basieren. Diese systemische Konzentration ist ein Risiko für das gesamte Ethereum-Ökosystem und wird in der Community aktiv diskutiert.
Schritt-für-Schritt: Deine erste Restaking-Position
So baust du in 5 Schritten deine erste Liquid Restaking Position auf. Wir nutzen EtherFi als Beispiel — das Prinzip ist bei anderen LRT-Protokollen ähnlich.
1ETH in dein Wallet laden
Kaufe ETH auf einer regulierten Börse wie Kraken oder Bitpanda und transferiere sie an dein MetaMask (oder anderes Web3-Wallet). Du brauchst mindestens 0,1 ETH für einen sinnvollen Start + etwas ETH für Gasgebühren (~$5–20 auf Ethereum Mainnet). Tipp: Für kleinere Beträge kannst du auch auf Arbitrum starten — die Gasgebühren sind dort minimal.
2EtherFi App verbinden
Besuche app.ether.fi und klicke auf „Connect Wallet". Verbinde dein MetaMask-Wallet. Stelle sicher, dass du auf der richtigen Chain bist (Ethereum Mainnet oder Arbitrum). Prüfe immer die URL — Phishing-Seiten sind ein reales Risiko in DeFi!
3ETH einzahlen und eETH erhalten
Klicke auf "Stake" und gib den gewünschten ETH-Betrag ein. Bestätige die Transaktion in MetaMask. Nach der Blockchain-Bestätigung (1–5 Minuten) erscheint eETH in deinem Wallet. EtherFi kümmert sich automatisch um ETH-Staking + EigenLayer-Restaking — du musst nichts weiter tun. Ab jetzt verdienst du Staking- + Restaking-Rewards + EtherFi-Points + EigenLayer-Points.
4Optional: eETH in DeFi nutzen
Für zusätzliche Rendite kannst du eETH (oder weETH = Wrapped eETH) auf Pendle als PT/LP einsetzen, auf Aave V3 als Collateral hinterlegen oder in Liquidity Pools auf Balancer/Curve bereitstellen. Jede zusätzliche Schicht bringt mehr Rendite, aber auch mehr Risiko.
5Position überwachen
Überwache deine Position regelmäßig: Checke das EtherFi-Dashboard für deine Rewards und Points, DefiLlama für TVL-Entwicklung und DeBank für dein Gesamtportfolio. Achte besonders auf Depeg-Warnungen (eETH/ETH Ratio) und Slashing-News auf EigenLayer. Setze dir einen wöchentlichen Reminder.
💡 Kosten-Überblick
Steuern auf Restaking-Erträge in Deutschland
Die steuerliche Behandlung von Restaking-Erträgen in Deutschland ist komplex, da mehrere Ertragsquellen zusammenkommen. Hier ist eine Übersicht — im Zweifel ziehe immer einen Steuerberater mit Krypto-Erfahrung hinzu.
📋 Staking-Rewards (Basis-Schicht)
ETH-Staking-Rewards gelten als sonstige Einkünfte (§ 22 Nr. 3 EStG). Sie sind bis zur Freigrenze von 256€ pro Jahr steuerfrei. Darüber wird dein persönlicher Einkommensteuersatz angewendet. Der Zufluss-Zeitpunkt (wann die Rewards "eingehen") bestimmt den steuerlichen Wert.
📋 Restaking-Rewards (EigenLayer-Schicht)
AVS-Rewards werden ebenfalls als sonstige Einkünfte behandelt. Bei LRTs, die Value-Accruing sind (ezETH, pufETH), ist der Zufluss schwieriger zu definieren — Steuer-Software wie CoinTracking oder Blockpit hilft hier.
📋 Airdrops & Points
Token-Airdrops (z.B. ETHFI, REZ, PUFFER) werden zum Zeitpunkt des Empfangs als sonstiges Einkommen besteuert — zum Marktwert bei Zufluss. Points selbst sind steuerlich irrelevant, solange sie nicht in Token konvertiert werden.
⚠️ Steuer-Hinweis
Über die Autoren
Krypto-Zinsen.com Redaktion
Unser Redaktionsteam besteht aus Krypto-Investoren mit jahrelanger Erfahrung in DeFi, Staking und Trading. Wir recherchieren gründlich, testen Plattformen selbst und aktualisieren unsere Inhalte regelmäßig.
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Häufig gestellte Fragen zu Liquid Restaking
Was ist Liquid Restaking einfach erklärt?
Liquid Restaking bedeutet, dass du deine gestakten ETH (z.B. stETH) über EigenLayer erneut stakst, um zusätzliche Protokolle (AVS) abzusichern — und dafür extra Belohnungen erhältst. „Liquid" bedeutet, dass du einen Token (z.B. eETH) bekommst, den du weiter in DeFi nutzen kannst, statt dass dein Kapital gesperrt ist. So verdienst du mehrfach: ETH-Staking + Restaking + DeFi-Yield.
Was ist der Unterschied zwischen Staking und Restaking?
Beim normalen ETH-Staking sicherst du die Ethereum-Blockchain und bekommst ~3–4% APY. Beim Restaking setzt du dieselben gestakten ETH zusätzlich ein, um weitere Protokolle (Actively Validated Services, AVS) zu sichern. Du bekommst die Staking-Rendite PLUS zusätzliche Restaking-Rewards. Das Risiko steigt allerdings auch: Bei einem Fehlverhalten können deine ETH in beiden Systemen gekürzt (geslasht) werden.
Welcher Liquid Restaking Token ist der beste?
EtherFi eETH ist der größte LRT mit dem höchsten TVL (~$5 Mrd.) und der besten DeFi-Integration. Für höheres Risiko/Rendite ist Renzo ezETH interessant. Puffer pufETH bietet ein einzigartiges Anti-Slashing-Feature. Es gibt keinen „besten" LRT — die Wahl hängt von deiner Risikotoleranz und gewünschten DeFi-Integrationen ab.
Kann ich beim Restaking meine ETH verlieren?
Ja, es gibt ein Slashing-Risiko: Wenn ein Validator oder AVS-Operator fehlerhaft handelt, können deine restakten ETH gekürzt werden. Zusätzlich bestehen Smart-Contract-Risiken (EigenLayer + LRT-Protokoll + DeFi-Protokolle = mehrere Risikoschichten) und Depeg-Risiken (der LRT-Token kann temporär unter seinen fairen Wert fallen). Restaking ist eine Experten-Strategie mit realen Verlustrisiken.
Wie werden Restaking-Erträge in Deutschland versteuert?
Restaking-Erträge gelten in Deutschland als sonstige Einkünfte (§ 22 Nr. 3 EStG). Sie sind bis zur Freigrenze von 256€ pro Jahr steuerfrei, darüber zahlst du deinen persönlichen Einkommensteuersatz. Da Restaking mehrere Ertragsquellen hat (Staking + Restaking + Points/Airdrops), empfiehlt sich eine Steuer-Software wie CoinTracking oder Blockpit. Die steuerliche Behandlung von Points und Airdrops ist komplex — ein Steuerberater mit Krypto-Erfahrung ist hier empfehlenswert.
Was sind Actively Validated Services (AVS)?
AVS sind Protokolle und Dienste, die Ethereum-Sicherheit über EigenLayer „mieten". Statt eine eigene Validator-Basis aufzubauen, nutzen AVS die gestaakte ETH von EigenLayer als Sicherheit. Beispiele: EigenDA (Datenverfügbarkeit), Omni Network (Cross-Chain-Messaging), AltLayer (Rollup-Infrastruktur). Je mehr AVS live gehen und Rewards zahlen, desto höher die Restaking-Rendite.
Fazit: Liquid Restaking — Die Zukunft von ETH-Renditen
Liquid Restaking ist die bisher komplexeste, aber auch renditestärkste Methode, um mit Ethereum passive Erträge zu erzielen. Mit der Rendite-Pyramide aus Staking + Restaking + Points + DeFi sind zweistellige APYs auf ETH realistisch — bei entsprechendem Risiko.
EigenLayer hat mit dem Restaking-Konzept eine neue Kategorie in DeFi geschaffen, und LRT-Protokolle wie EtherFi, Renzo und Puffer machen sie für jeden zugänglich. Das Ökosystem wächst rasant: Immer mehr AVS gehen live, die Restaking-Rewards steigen, und die DeFi-Integrationen werden tiefer.
Gleichzeitig solltest du die Risiken nicht unterschätzen. Liquid Restaking stapelt mehrere Smart-Contract-Risiken übereinander, Slashing ist ein reales Risiko, und die Komplexität erfordert aktives Monitoring. Für Einsteiger empfehlen wir: Starte mit einer einfachen Position (ETH → eETH bei EtherFi) und taste dich langsam an komplexere Stacks heran.
Stand: Februar 2026 · Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Krypto-Investments bergen erhebliche Risiken.