Staking Steuern Deutschland — Alles was du wissen musst (2026)
Stand: Februar 2026
Staking ist eine der beliebtesten Methoden, um mit Kryptowährungen passives Einkommen zu erzielen. Aber wie werden Staking-Rewards in Deutschland versteuert? Die gute Nachricht: Seit dem BMF-Schreiben von 2022 gibt es Klarheit. Die weniger gute Nachricht: Staking-Rewards sind steuerpflichtig — und die Dokumentation ist aufwendig. In diesem Guide erklären wir dir Schritt für Schritt, wann und wie du deine Staking-Rewards versteuerst, welche Unterschiede es zwischen Exchange-Staking und DeFi-Staking gibt und welche Tools dir helfen.
Staking-Rewards sind in Deutschland sofort bei Zufluss als sonstige Einkünfte steuerpflichtig — der steuerpflichtige Betrag entspricht dem Marktwert der Coins zum Zeitpunkt des Zuflusses, und es gilt eine Freigrenze von 256 € pro Jahr.
1. Wann sind Staking-Rewards steuerpflichtig?
Die Grundregel
Staking-Rewards fallen unter §22 Nr. 3 EStG — sonstige Einkünfte. Sie sind im Zeitpunkt des Zuflusses steuerpflichtig. Das bedeutet:
- Sobald du Staking-Rewards erhältst (= der Coin in deinem Wallet oder Account erscheint), entsteht die Steuerpflicht
- Der steuerpflichtige Betrag ist der Marktwert in Euro zum Zeitpunkt des Zuflusses
- Es spielt keine Rolle, ob du die Rewards verkaufst oder behältst — die Steuerpflicht entsteht beim Zufluss
Die 256-€-Freigrenze
Für sonstige Einkünfte nach §22 Nr. 3 EStG gilt eine Freigrenze von 256 € pro Jahr. Das bedeutet:
| Staking-Rewards (Jahressumme) | Steuerpflicht |
|---|---|
| < 256 € | Komplett steuerfrei |
| ≥ 256 € | Gesamter Betrag steuerpflichtig |
Achtung: Wie bei der Haltefrist-Freigrenze ist auch hier die 256 € eine Freigrenze und kein Freibetrag. Sobald du 256 € oder mehr an sonstigen Einkünften hast, wird der gesamte Betrag besteuert.
Steuersatz
Staking-Rewards werden mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert — nicht mit der pauschalen 25 % Abgeltungssteuer. Je nach Einkommen liegt der Steuersatz zwischen 0 % und 45 % (+ Solidaritätszuschlag + ggf. Kirchensteuer).
| Zu versteuerndes Einkommen | Grenzsteuersatz |
|---|---|
| Bis 11.784 € | 0 % |
| 11.785 – 17.005 € | 14–24 % |
| 17.006 – 66.760 € | 24–42 % |
| 66.761 – 277.825 € | 42 % |
| Ab 277.826 € | 45 % |
2. Berechnung des Zuflusswerts
So bestimmst du den steuerpflichtigen Betrag
Für jeden Staking-Reward musst du den Euro-Wert zum Zeitpunkt des Zuflusses ermitteln. Das klingt einfacher, als es ist — denn Staking-Rewards kommen oft täglich oder sogar mehrmals täglich.
Schritt-für-Schritt:
- Zufluss-Zeitpunkt identifizieren — Wann genau erschien der Reward in deinem Wallet?
- Menge ermitteln — Wie viele Coins hast du als Reward erhalten?
- Kurs zum Zufluss-Zeitpunkt — Was war der Euro-Kurs des Coins zu diesem Zeitpunkt?
- Euro-Wert berechnen — Menge × Kurs = steuerpflichtiger Betrag
Welchen Kurs nehmen?
Das BMF akzeptiert:
- Den Kurs einer anerkannten Kryptobörse (Coinbase, Kraken, Binance etc.)
- Den Durchschnittskurs des Tages (vereinfachte Methode)
- Kurs von CoinMarketCap oder CoinGecko als Referenz
Tipp: Die meisten Steuer-Tools ermitteln den Zufluss-Kurs automatisch über API-Anbindungen. Das ist bei hunderten Rewards pro Jahr die einzig praktikable Lösung.
Beispielrechnung: ETH Staking
Szenario: Max stakt 10 ETH auf einer Börse. Er erhält monatlich Staking-Rewards:
| Monat | Reward (ETH) | ETH-Kurs (€) | Steuerpflichtiger Betrag |
|---|---|---|---|
| Januar | 0,025 ETH | 3.200 € | 80,00 € |
| Februar | 0,025 ETH | 3.400 € | 85,00 € |
| März | 0,025 ETH | 3.100 € | 77,50 € |
| April | 0,025 ETH | 3.600 € | 90,00 € |
| Mai | 0,025 ETH | 3.800 € | 95,00 € |
| Juni | 0,025 ETH | 3.500 € | 87,50 € |
| Juli | 0,025 ETH | 3.700 € | 92,50 € |
| August | 0,025 ETH | 4.000 € | 100,00 € |
| September | 0,025 ETH | 3.900 € | 97,50 € |
| Oktober | 0,025 ETH | 4.200 € | 105,00 € |
| November | 0,025 ETH | 4.500 € | 112,50 € |
| Dezember | 0,025 ETH | 4.800 € | 120,00 € |
| Gesamt | 0,3 ETH | 1.142,50 € |
Steuerpflichtiger Betrag: 1.142,50 € (über 256 € Freigrenze → gesamter Betrag wird besteuert)
Bei 35 % Grenzsteuersatz: 1.142,50 € × 35 % = ~400 € Steuern auf die Staking-Rewards
3. Haltefrist für Staking-Rewards
Die Staking-Rewards selbst sind neue Coins — und für diese gilt eine eigene Haltefrist:
Doppelte Besteuerung?
- Zufluss: Steuerpflichtig als sonstige Einkünfte (Marktwert bei Zufluss)
- Verkauf innerhalb 1 Jahr: Steuerpflichtig als privates Veräußerungsgeschäft (Gewinn = Verkaufspreis - Marktwert bei Zufluss)
- Verkauf nach 1 Jahr: Steuerfrei (§23 EStG)
Beispiel
- Januar 2025: Du erhältst 0,1 ETH als Staking-Reward, Wert: 350 €
- → 350 € steuerpflichtig als sonstige Einkünfte
- März 2025: Du verkaufst die 0,1 ETH für 400 €
- → 50 € Gewinn (400 € - 350 €) steuerpflichtig als privates Veräußerungsgeschäft (< 1 Jahr)
- Alternative: Du wartest bis Februar 2026 und verkaufst für 500 €
- → 150 € Gewinn steuerfrei (> 1 Jahr Haltefrist)
Empfehlung: Wenn möglich, halte deine Staking-Rewards mindestens 1 Jahr, bevor du sie verkaufst. So vermeidest du die doppelte Besteuerung.
4. Exchange Staking vs. DeFi Staking
Exchange Staking (z. B. Coinbase, Kraken, Binance)
| Aspekt | Detail |
|---|---|
| Wie funktioniert es | Börse stakt deine Coins für dich |
| Steuerliche Behandlung | Rewards = sonstige Einkünfte bei Zufluss |
| Dokumentation | Einfach — Börse liefert Transaktionshistorie |
| Zufluss-Zeitpunkt | Klar definiert (Gutschrift auf Account) |
Vorteil: Die Börse trackt alles für dich. Du kannst die Transaktionshistorie exportieren und in ein Steuer-Tool importieren.
DeFi Staking (z. B. Lido, Rocket Pool, Marinade)
| Aspekt | Detail |
|---|---|
| Wie funktioniert es | Du stakst direkt über einen Smart Contract |
| Steuerliche Behandlung | Komplexer — abhängig vom Protokoll |
| Dokumentation | Schwieriger — On-Chain-Daten müssen analysiert werden |
| Zufluss-Zeitpunkt | Nicht immer eindeutig (z. B. Rebasing vs. Reward-Token) |
Spezialfall: Liquid Staking (stETH, rETH)
Liquid Staking ist steuerlich besonders komplex:
Lido (stETH) — Rebasing-Modell:
- Du stakst ETH und erhältst stETH im Verhältnis 1:1
- Dein stETH-Bestand wächst täglich (Rebasing) → Jede Erhöhung ist ein steuerpflichtiger Zufluss
- Extrem aufwendig zu tracken!
Rocket Pool (rETH) — Accumulating-Modell:
- Du stakst ETH und erhältst rETH
- Der Wert von rETH steigt im Verhältnis zu ETH → Kein Rebasing
- Zufluss-Zeitpunkt erst beim Verkauf/Tausch von rETH → Einfacher zu tracken
Steuerliche Empfehlung: rETH (Accumulating-Modell) ist aus steuerlicher Sicht einfacher zu handhaben als stETH (Rebasing-Modell), da keine täglichen Zuflüsse dokumentiert werden müssen.
5. Beispielrechnungen
Beispiel 1: ETH Staking auf Coinbase
Situation: Sarah stakt 5 ETH auf Coinbase. Jährliche Rendite: ~3 %.
- Jährliche Rewards: 0,15 ETH
- Durchschnittlicher ETH-Kurs: 4.000 €
- Steuerpflichtiger Zufluss: 0,15 × 4.000 € = 600 € pro Jahr
- Über der 256-€-Freigrenze → steuerpflichtig
- Bei 30 % Steuersatz: 180 € Steuern pro Jahr
Beispiel 2: ADA Staking im Wallet
Situation: Tom delegiert 10.000 ADA an einen Stakepool. Jährliche Rendite: ~3,5 %.
- Jährliche Rewards: 350 ADA
- Rewards kommen alle 5 Tage (Epochs)
- 73 Zuflüsse pro Jahr mit jeweils ~4,8 ADA
- Steuerpflichtiger Betrag: Jeder Zufluss × ADA-Kurs zum Zeitpunkt
- Angenommen durchschnittlich 0,60 €/ADA: 350 × 0,60 € = 210 € pro Jahr
- Unter der 256-€-Freigrenze → steuerfrei!
Beispiel 3: DOT Staking
Situation: Lisa stakt 500 DOT. Jährliche Rendite: ~14 %.
- Jährliche Rewards: 70 DOT
- Durchschnittlicher DOT-Kurs: 8 €
- Steuerpflichtiger Zufluss: 70 × 8 € = 560 € pro Jahr
- Über der 256-€-Freigrenze → steuerpflichtig
- Bei 42 % Steuersatz: 235 € Steuern pro Jahr
6. Dokumentation — Was du aufzeichnen musst
Pflicht-Dokumentation für Staking
Für jeden Staking-Reward musst du folgendes dokumentieren:
- Datum und Uhrzeit des Zuflusses
- Menge der erhaltenen Coins
- Euro-Kurs zum Zeitpunkt des Zuflusses
- Euro-Wert des Rewards
- Plattform/Protokoll (Coinbase, Kraken, Lido etc.)
- Staking-Methode (Delegation, Liquid Staking etc.)
- Transaktions-Hash (bei On-Chain-Staking)
Die Herausforderung
Bei Staking auf Börsen: Rewards kommen oft täglich oder sogar stündlich. Das bedeutet hunderte von Zuflüssen pro Jahr — manuell unmöglich zu tracken.
Bei DeFi-Staking (z. B. Lido/stETH): Die Rebasing-Rewards ändern deinen Bestand kontinuierlich — noch schwieriger zu dokumentieren.
Lösung: Ein Steuer-Tool ist bei aktivem Staking praktisch Pflicht.
7. Die besten Steuer-Tools für Staking
| Tool | Staking-Support | Exchange-Import | DeFi/On-Chain | Preis (ab) |
|---|---|---|---|---|
| CoinTracking | ✅ Umfassend | ✅ 100+ Börsen | ✅ Ja | Kostenlos (200 Tx) |
| Blockpit | ✅ Umfassend | ✅ 50+ Börsen | ✅ Ja | ~49 €/Jahr |
| Accointing | ✅ Gut | ✅ 50+ Börsen | ✅ Ja | ~49 €/Jahr |
Was ein Steuer-Tool für dich tut
- Automatischer Import — API-Anbindung an Börsen, Wallets kommen automatisch
- Zufluss-Bewertung — Automatische Ermittlung des Euro-Kurses bei jedem Reward
- Freigrenze prüfen — Zeigt dir, ob du über der 256-€-Grenze liegst
- Steuerbericht — Fertig für die Steuererklärung oder den Steuerberater
- FIFO/LIFO-Berechnung — Für den Verkauf der Rewards
Ausführlicher Vergleich in unserem Steuer-Tools Guide.
8. Steueroptimierung bei Staking
Legale Strategien, um Steuern zu minimieren
-
Freigrenze nutzen — Halte deine gesamten sonstigen Einkünfte unter 256 €. Bei kleinen Staking-Positionen reicht das.
-
Rewards nicht sofort verkaufen — Halte die Rewards mindestens 1 Jahr, damit der Verkaufsgewinn steuerfrei ist. Du zahlst zwar Steuern auf den Zufluss, aber nicht auf die spätere Wertsteigerung.
-
Staking pausieren vor Jahresende — Wenn du kurz vor der 256-€-Grenze bist, pausiere das Staking kurz vor Jahresende.
-
Accumulating-Token wählen — rETH statt stETH: Weniger Zuflüsse, einfachere Dokumentation, steuerlicher Zufluss erst beim Verkauf/Tausch.
-
Verluste gegenrechnen — Verluste aus Krypto-Verkäufen innerhalb der Haltefrist können mit Staking-Einkünften verrechnet werden (innerhalb derselben Einkunftsart: sonstige Einkünfte vs. private Veräußerungsgeschäfte — hier ggf. Steuerberater konsultieren).
-
Steuerberater einschalten — Bei größeren Staking-Positionen oder komplexen DeFi-Strukturen lohnt sich ein auf Krypto spezialisierter Steuerberater.
9. Sonderfälle bei Staking-Steuern
Restaking (EigenLayer)
Restaking ist ein neues Konzept im Ethereum-Ökosystem, bei dem bereits gestakte ETH (oder Liquid Staking Token wie stETH) erneut gestakt werden — für zusätzliche Sicherheit anderer Protokolle.
Steuerliche Behandlung:
- Die ursprünglichen Staking-Rewards bleiben wie beschrieben steuerpflichtig
- Restaking-Rewards (z. B. EIGEN-Token) sind ebenfalls sonstige Einkünfte bei Zufluss
- Die steuerliche Komplexität steigt erheblich, da mehrere „Schichten" von Rewards entstehen
- Ein Steuer-Tool mit DeFi-Support ist hier Pflicht
Validator-Betrieb (Solo Staking)
Wenn du einen eigenen Ethereum-Validator betreibst (32 ETH):
- Attestation Rewards + Block Rewards + MEV-Tips sind sonstige Einkünfte
- Die 256-€-Freigrenze gilt (aber wird schnell überschritten)
- Bei umfangreichem Betrieb: Gefahr der Gewerblichkeit (Finanzamt prüft Einzelfall)
- Betriebsausgaben (Strom, Hardware, Internet) können ggf. als Werbungskosten abgesetzt werden
Nomination Pools (Polkadot)
Bei Polkadot Nomination Pools gilt:
- Rewards kommen alle 24 Stunden (Eras)
- Jeder Era-Reward ist ein separater Zufluss
- 365 Zuflüsse pro Jahr → nur mit Steuer-Tool zu bewältigen
- Unbonding-Periode: 28 Tage → die Coins sind während des Unbonding steuerlich noch in deinem Besitz
Liquid Staking Derivatives (LSDs) in DeFi
Wenn du stETH oder rETH in DeFi-Protokollen nutzt (z. B. als Collateral auf Aave):
- Die Staking-Rewards laufen weiterhin (stETH rebase / rETH Wertzuwachs)
- Zusätzliche DeFi-Erträge (z. B. Lending-Zinsen) kommen obendrauf
- Die Einzahlung des LSDs in ein DeFi-Protokoll könnte als Tausch gelten (→ mögliche Veräußerung)
- Extrem komplex — Steuerberater dringend empfohlen
Auto-Compounding Vaults
Manche DeFi-Protokolle (z. B. Yearn, Beefy) bieten Auto-Compounding an — Staking-Rewards werden automatisch reinvestiert.
Steuerliche Frage: Ist jedes automatische Reinvestment ein steuerpflichtiger Zufluss?
- Wahrscheinlich ja — jede Reinvestition ist ein Zufluss (sonstige Einkünfte) + gleichzeitig eine neue Anschaffung
- In der Praxis: Hunderte oder tausende Reinvestitionen pro Jahr
- Nur mit speziellen Steuer-Tools (CoinTracking Expert/Unlimited) sinnvoll dokumentierbar
10. Staking-Steuern in Österreich und der Schweiz
Österreich
Seit der Steuerreform 2022 unterliegen Kryptowährungen in Österreich der Kapitalertragsteuer (KESt) von 27,5 %:
- Staking-Rewards: KESt bei Zufluss oder bei Veräußerung (Wahlrecht)
- Kein Unterschied zwischen Exchange und DeFi Staking
- Kein 256-€-Freigrenze wie in Deutschland
- Altbestände (Kauf vor 01.03.2021): Alte Regeln gelten weiter
Schweiz
In der Schweiz sind Staking-Rewards für Privatanleger als Einkommen steuerpflichtig:
- Rewards werden zum Marktwert bei Zufluss als Einkommen besteuert
- Steuersatz: Abhängig vom Kanton und Gesamteinkommen
- Der Krypto-Bestand (inkl. Staking-Rewards) unterliegt zusätzlich der Vermögenssteuer
- Bei gewerbsmäßigem Staking: Einkommensteuer + AHV/IV-Beiträge
FAQ — Die häufigsten Fragen zu Staking Steuern
Muss ich Staking-Rewards versteuern, auch wenn ich sie nicht verkaufe?
Ja! Staking-Rewards sind im Moment des Zuflusses steuerpflichtig — unabhängig davon, ob du sie verkaufst oder behältst. Der steuerpflichtige Betrag ist der Euro-Wert zum Zufluss-Zeitpunkt.
Wie hoch ist die Freigrenze für Staking-Rewards?
Die Freigrenze für sonstige Einkünfte (§22 Nr. 3 EStG) beträgt 256 € pro Jahr. Bleibst du darunter, sind die Rewards steuerfrei. Überschreitest du die Grenze, wird der gesamte Betrag besteuert.
Verlängert Staking die Haltefrist?
Nein! Das BMF hat 2022 klargestellt, dass Staking die Haltefrist nicht von 1 auf 10 Jahre verlängert. Die Haltefrist für den gestakten Coin bleibt bei 1 Jahr.
Welchen Steuersatz zahle ich auf Staking-Rewards?
Staking-Rewards werden mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert (14 %–45 % + Soli). Nicht mit der pauschalen 25 % Abgeltungssteuer.
Wie dokumentiere ich Staking-Rewards für die Steuererklärung?
Nutze ein Steuer-Tool wie CoinTracking oder Blockpit. Diese importieren deine Staking-Rewards automatisch, bewerten sie zum Zufluss-Kurs und erstellen einen fertigen Steuerbericht.
Was ist steuerlich besser: Exchange-Staking oder DeFi-Staking?
Steuerlich gleich — beides sind sonstige Einkünfte bei Zufluss. Dokumentatorisch ist Exchange-Staking einfacher, weil die Börse saubere Export-Daten liefert. DeFi-Staking erfordert On-Chain-Analyse.
Muss ich Liquid-Staking-Rewards (stETH) versteuern?
Ja. Bei Rebasing-Token wie stETH gilt jede Bestandserhöhung als steuerpflichtiger Zufluss. Bei Accumulating-Token wie rETH entsteht der steuerpflichtige Zufluss erst beim Verkauf/Tausch.
Kann ich Staking-Verluste steuerlich geltend machen?
Wenn der Wert deiner Staking-Rewards nach dem Zufluss fällt und du sie mit Verlust verkaufst, kannst du diesen Verlust grundsätzlich steuerlich geltend machen — innerhalb der Regeln für private Veräußerungsgeschäfte.
Wo trage ich Staking-Rewards in der Steuererklärung ein?
Staking-Rewards werden in der Anlage SO (Sonstige Einkünfte) der Einkommensteuererklärung eingetragen. Dein Steuer-Tool oder Steuerberater kann dir die genauen Zeilen nennen.
Lohnt sich Staking trotz der Steuern?
In den meisten Fällen ja! Selbst nach Steuern ist die Netto-Rendite positiv. Bei ETH-Staking (3–3,5 % APY) und 35 % Steuersatz bleiben dir ~2–2,3 % netto. Das ist immer noch besser als 0 % für ungenutztes ETH.
11. Staking-Steuern und dein Steuerberater
Wann lohnt sich ein Steuerberater?
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Wenige Staking-Rewards, unter 256 € | Steuer-Tool reicht |
| Rewards über 256 €, Exchange Staking | Steuer-Tool + Selbstdeklaration |
| DeFi Staking (stETH, rETH, LP Staking) | Steuer-Tool + Steuerberater empfohlen |
| Restaking, Auto-Compounding Vaults | Steuer-Tool + Steuerberater dringend |
| Validator-Betrieb (Solo Staking) | Steuerberater Pflicht (Gewerblichkeitsrisiko) |
Was kostet ein Krypto-Steuerberater?
Die Kosten variieren stark:
- Einfache Fälle (nur Staking auf Börsen): 200–500 €
- Mittlere Komplexität (DeFi + Staking): 500–1.500 €
- Komplexe Fälle (Multi-Chain DeFi, Validator): 1.500–5.000 €
Die Kosten lassen sich als Werbungskosten in der Steuererklärung absetzen.
Steuerberater finden
Spezialisierte Krypto-Steuerberater findest du über:
- Partner-Netzwerke von CoinTracking und Blockpit
- Krypto-Communities und Foren
- Steuerberaterkammern (Suche nach „Kryptowährungen" als Spezialisierung)
12. Steuererklärung — Wo Staking-Rewards eintragen
Anlage SO (Sonstige Einkünfte)
Staking-Rewards gehören in die Anlage SO deiner Einkommensteuererklärung, Abschnitt „Sonstige Einkünfte" nach §22 Nr. 3 EStG.
Was du angeben musst:
- Gesamtbetrag der Staking-Rewards in Euro (Zufluss-Werte)
- Art der Einkünfte: „Staking-Rewards aus Kryptowährungen"
- Zeitraum: Kalenderjahr (z. B. 01.01.2025–31.12.2025)
Was du als Nachweis bereithalten solltest:
- Steuerbericht aus deinem Steuer-Tool
- Transaktionshistorie der Börse(n) / Wallet(s)
- Dokumentation der Euro-Kurse bei Zufluss
Verkauf von Staking-Rewards
Wenn du Staking-Rewards innerhalb der 1-Jahres-Haltefrist verkaufst, wird der Gewinn (Verkaufspreis minus Zufluss-Wert) als privates Veräußerungsgeschäft in der Anlage SO, Abschnitt Private Veräußerungsgeschäfte eingetragen. Die 1.000-€-Freigrenze gilt.
Fazit — Staking-Steuern sind machbar
Staking-Rewards sind steuerpflichtig, aber das sollte dich nicht vom Staking abhalten. Die Netto-Rendite ist in den meisten Fällen attraktiv, und mit dem richtigen Steuer-Tool ist die Dokumentation kein Hexenwerk.
Die wichtigsten Punkte:
- Zufluss = Steuerpflicht — Egal ob du verkaufst oder nicht
- 256 € Freigrenze — Kleine Staking-Positionen sind steuerfrei
- Persönlicher Steuersatz — Nicht Abgeltungssteuer
- Haltefrist nicht verlängert — Staken ohne Sorge
- Steuer-Tool nutzen — CoinTracking oder Blockpit
- Rewards 1 Jahr halten — Vermeidet doppelte Besteuerung beim Verkauf
13. Praxisbeispiele — Staking-Steuern berechnen
Praxisbeispiel: Multi-Coin Staking Portfolio
Situation: Julia stakt drei verschiedene Coins:
| Coin | Betrag | APY | Jährliche Rewards | Durchschnittskurs | Euro-Wert |
|---|---|---|---|---|---|
| ETH | 3 ETH | 3,2 % | 0,096 ETH | 4.000 € | 384 € |
| SOL | 100 SOL | 7,0 % | 7 SOL | 150 € | 1.050 € |
| DOT | 200 DOT | 14 % | 28 DOT | 8 € | 224 € |
| Gesamt | 1.658 € |
Steuerliche Auswirkung:
- Gesamte Staking-Einkünfte: 1.658 € → über 256 € Freigrenze → alles steuerpflichtig
- Bei 35 % Grenzsteuersatz: 1.658 € × 35 % = ~580 € Steuern
- Netto-Staking-Ertrag nach Steuern: ~1.078 € → immer noch sehr attraktiv!
Praxisbeispiel: Liquid Staking mit stETH
Situation: Tom hat 10 ETH über Lido gestakt und hält stETH.**
- Tägliches Rebasing: ~0,000088 stETH pro stETH pro Tag
- Bei 10 stETH: ~0,00088 stETH/Tag
- Tageswert (bei ETH-Kurs 4.000 €): ~3,52 €/Tag
- 365 Tage: ~1.285 € steuerpflichtiger Zufluss
Tom hat 365 einzelne Zuflüsse zu dokumentieren — jeder mit einem anderen Euro-Kurs. Ohne CoinTracking oder Blockpit ist das unmöglich.
Praxisbeispiel: Staking unter der Freigrenze
Situation: Sarah stakt 500 ADA (Cardano).**
- APY: 3,5 %
- Jährliche Rewards: 17,5 ADA
- Durchschnittskurs: 0,60 €
- Jährlicher Euro-Wert: 10,50 €
- Weit unter 256 € → komplett steuerfrei!
Bei kleinen Staking-Positionen bleibst du oft unter der Freigrenze. Das ist die einfachste Steueroptimierung: Einfach nicht zu viel staken.
Für den kompletten Überblick über alle Steuer-Themen: Krypto Steuer Guide 2026 | Haltefrist | Steuern-Übersicht
14. Staking-Steuern — Checkliste
Nutze diese Checkliste, um deine Staking-Steuern korrekt zu handhaben:
- Steuer-Tool eingerichtet und alle Staking-Quellen importiert
- Versteht, dass Staking-Rewards bei Zufluss steuerpflichtig sind
- Die 256-€-Freigrenze für sonstige Einkünfte im Blick
- Unterschied zwischen Rebasing (stETH) und Accumulating (rETH) verstanden
- Exchange-Staking vs. DeFi-Staking dokumentatorisch getrennt
- Euro-Kurse bei jedem Zufluss dokumentiert (automatisch über Steuer-Tool)
- Haltefrist für Staking-Rewards beachtet (1 Jahr ab Zufluss = steuerfrei verkaufbar)
- Bei Rewards > 256 €: In Anlage SO eingetragen
- Steuerberater konsultiert (bei DeFi-Staking oder Validator-Betrieb)
- Belege 10 Jahre aufbewahrt
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Häufige Fragen (FAQ)
Muss ich Staking-Rewards versteuern, auch wenn ich sie nicht verkaufe?
Wie hoch ist die Freigrenze für Staking-Rewards?
Verlängert Staking die Haltefrist?
Welchen Steuersatz zahle ich auf Staking-Rewards?
Wie dokumentiere ich Staking-Rewards für die Steuererklärung?
Was ist steuerlich besser: Exchange-Staking oder DeFi-Staking?
Muss ich Liquid-Staking-Rewards (stETH) versteuern?
Kann ich Staking-Verluste steuerlich geltend machen?
Wo trage ich Staking-Rewards in der Steuererklärung ein?
Lohnt sich Staking trotz der Steuern?
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Praxisbeispiel: Multi-Coin Staking Portfolio
Praxisbeispiel: Liquid Staking mit stETH
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