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54 Begriffe rund um Krypto-Zinsen, Staking, Lending und DeFi — verständlich erklärt.

Krypto Glossar: 54 Begriffe einfach erklärt

Kryptowährungen, Staking und DeFi stecken voller Fachbegriffe. Dieses Glossar erklärt dir die 54 wichtigsten Begriffe rund um Krypto-Zinsen — verständlich, praxisnah und mit Bezug zu Staking und Lending.


A

Airdrop

Ein Airdrop ist die kostenlose Verteilung von Krypto-Token an Wallet-Adressen. Projekte nutzen Airdrops, um ihre Community zu belohnen oder neue Nutzer zu gewinnen. Berühmte Airdrops wie Uniswap (2020) oder Arbitrum (2023) waren teilweise Tausende Euro wert. In Deutschland sind Airdrops als Einkünfte steuerpflichtig, wenn sie im Zusammenhang mit einer Leistung stehen (z.B. Staking, Protokollnutzung). Unaufgeforderte Airdrops ohne eigene Leistung sind steuerlich umstritten.

APR (Annual Percentage Rate)

Die APR (jährliche Prozentrate) gibt die Rendite einer Anlage pro Jahr an — ohne den Zinseszinseffekt zu berücksichtigen. Wenn du 1.000€ zu 5% APR anlegst, erhältst du 50€ nach einem Jahr. Im Unterschied zur APY wird nicht einberechnet, dass Erträge reinvestiert werden könnten. Bei Krypto-Plattformen wird manchmal APR und manchmal APY angegeben — achte immer darauf, welchen Wert du vergleichst.

APY (Annual Percentage Yield)

Die APY (jährliche prozentuale Rendite) gibt die Rendite einer Anlage pro Jahr an — inklusive Zinseszinseffekt (Compounding). Eine APY von 5% mit täglichem Compounding bringt mehr als 5% APR, weil die Erträge automatisch wieder angelegt werden. Die tatsächliche Differenz zwischen APR und APY hängt von der Compounding-Frequenz ab: Bei 5% APR und täglichem Compounding beträgt die APY etwa 5,13%. Je höher die Basisrate und je häufiger das Compounding, desto größer der Unterschied.

Auto-Compounding

Auto-Compounding bedeutet, dass Staking- oder Lending-Erträge automatisch reinvestiert werden, ohne dass du manuell handeln musst. Ein Auto-Compounding-Vault nimmt deine Rewards, wandelt sie um und legt sie zurück in den Pool — so profitierst du vom Zinseszinseffekt. Yield Aggregatoren wie Yearn Finance oder Beefy Finance bieten Auto-Compounding als Kernfunktion. Der Vorteil: höhere Rendite durch Compounding. Der Nachteil: zusätzliche Smart-Contract-Risiken und Gebühren des Aggregators.


B

Bonding

Bonding beschreibt das Binden von Token an ein Protokoll für einen festgelegten Zeitraum. Im Staking-Kontext ist Bonding der Prozess, durch den deine Token an einen Validator gebunden werden. Während der Bonding-Periode kannst du die Token nicht transferieren oder verkaufen. Bei Netzwerken wie Polkadot oder Cosmos gibt es auch Unbonding-Perioden (siehe Unbonding). Im DeFi-Bereich nutzen Protokolle wie Olympus DAO Bonding als Mechanismus, um Liquidität zu beschaffen: Nutzer tauschen Token gegen vergünstigte Protokoll-Token mit einer Vesting-Periode.


C

CeFi (Centralized Finance)

CeFi steht für Centralized Finance — zentralisierte Finanzdienstleistungen im Kryptobereich. Bei CeFi gibst du deine Coins an ein Unternehmen (z.B. Kraken, Coinbase, Crypto.com), das sie für dich verwaltet, verwahrt und Dienstleistungen wie Staking oder Lending anbietet. Vorteile: Benutzerfreundlichkeit, Kundenservice, regulatorische Compliance. Nachteile: Du gibst die Kontrolle über deine Coins ab (Custodial), und das Unternehmen könnte insolvent gehen — wie die Fälle FTX, Celsius und BlockFi gezeigt haben.

Cold Storage

Cold Storage bezeichnet die Aufbewahrung von Kryptowährungen auf Geräten oder Medien, die nicht mit dem Internet verbunden sind. Typische Cold-Storage-Methoden sind Hardware-Wallets (Ledger, Trezor) oder Paper Wallets. Cold Storage bietet den höchsten Schutz gegen Hacking, da kein Online-Zugriff möglich ist. Nachteil: Coins in Cold Storage können nicht direkt gestakt werden — du musst sie erst transferieren. Für langfristige Aufbewahrung großer Beträge gilt Cold Storage als Best Practice.

Compound Interest (Zinseszins)

Zinseszins entsteht, wenn Zinserträge reinvestiert werden und ihrerseits Zinsen generieren. Im Krypto-Bereich spricht man von "Compounding". Beispiel: 10.000€ bei 5% APY mit jährlichem Compounding werden nach 10 Jahren zu 16.289€ — der Zinseszinseffekt bringt 1.289€ mehr als einfache Zinsen (die nur 15.000€ ergeben würden). Je häufiger compoundiert wird (täglich vs. jährlich), desto stärker der Effekt.

Consensus (Konsens)

Consensus-Mechanismen sind die Verfahren, mit denen eine Blockchain Einigkeit über den aktuellen Zustand des Netzwerks herstellt. Die bekanntesten Mechanismen sind Proof of Work (Bitcoin — energieintensives Mining), Proof of Stake (Ethereum — Staking von Coins als Sicherheit) und Delegated Proof of Stake (EOS — gewählte Validatoren). Der Konsens-Mechanismus bestimmt, wie neue Blöcke erstellt werden, wie Transaktionen validiert werden und wie Belohnungen verteilt werden.

Custody

Custody bezeichnet die Verwahrung von Kryptowährungen. Bei Self-Custody (Non-Custodial) verwaltest du deine Private Keys selbst — du hast volle Kontrolle, trägst aber auch die volle Verantwortung. Bei Third-Party Custody (Custodial) verwahrt ein Dritter (Börse, Verwahrer) deine Keys. Im Staking-Kontext ist die Custody-Frage zentral: Bei CeFi gibt der Nutzer die Custody ab, bei DeFi (z.B. Lido, Rocket Pool) behält der Nutzer die Kontrolle über seine Liquid Staking Tokens.


D

DAO (Decentralized Autonomous Organization)

Eine DAO ist eine dezentralisierte, autonome Organisation, die durch Smart Contracts auf einer Blockchain gesteuert wird. Entscheidungen werden durch Token-Holder per Abstimmung getroffen, nicht durch ein zentrales Management. Viele DeFi-Protokolle sind als DAOs organisiert: Lido DAO steuert das Lido-Protokoll, MakerDAO verwaltet den DAI-Stablecoin. Die Governance-Token (z.B. LDO, MKR) geben Stimmrechte. DAOs ermöglichen dezentrale Entscheidungsfindung, haben aber Herausforderungen wie geringe Wahlbeteiligung und Konzentration der Stimmrechte bei Großinvestoren (Whales).

DeFi (Decentralized Finance)

DeFi steht für Decentralized Finance — dezentralisierte Finanzdienstleistungen, die ohne zentrale Intermediäre auf Blockchains laufen. Statt einer Bank oder Börse interagierst du direkt mit Smart Contracts. DeFi umfasst Lending (Aave, Compound), Staking (Lido, Rocket Pool), Handel (Uniswap, Curve), Derivate und mehr. Vorteile: Transparenz, Selbstverwahrung, globaler Zugang ohne KYC. Nachteile: Smart-Contract-Risiken, Komplexität, keine Einlagensicherung. Das Total Value Locked (TVL) in DeFi beträgt Anfang 2026 über 100 Milliarden USD.

Delegated Proof of Stake (DPoS)

Delegated Proof of Stake ist eine Variante von Proof of Stake, bei der Token-Holder ihre Staking-Rechte an gewählte Validatoren (Delegates) delegieren. Die Token-Holder stimmen darüber ab, welche Validatoren Blöcke produzieren dürfen. Netzwerke wie Cosmos, Polkadot, Solana und Cardano nutzen verschiedene Formen der Delegation. Der Vorteil: Du brauchst keine eigene technische Infrastruktur, um am Staking teilzunehmen — du delegierst einfach an einen vertrauenswürdigen Validator und erhältst anteilig Rewards.

DEX (Decentralized Exchange)

Eine DEX ist eine dezentralisierte Börse, auf der Kryptowährungen direkt zwischen Nutzern getauscht werden, ohne einen zentralen Vermittler. Statt eines klassischen Orderbuchs nutzen die meisten DEXes Liquidity Pools (AMM-Modell). Die bekanntesten DEXes sind Uniswap (Ethereum), Raydium (Solana) und Curve (Stablecoins). DEXes sind relevant für Staking, weil Liquid Staking Tokens (z.B. stETH, rETH) auf DEXes gehandelt werden können.


E

Epoch

Eine Epoch ist ein festgelegter Zeitabschnitt in einem Blockchain-Netzwerk, nach dem Staking Rewards berechnet und verteilt werden. Bei Ethereum besteht eine Epoch aus 32 Slots (ca. 6,4 Minuten). Bei Solana dauert eine Epoch ca. 2-3 Tage, bei Cardano ca. 5 Tage. Die Epoch-Länge beeinflusst, wie häufig du Staking Rewards erhältst und wie schnell Änderungen am Validator-Set wirksam werden.

ERC-20

ERC-20 ist der technische Standard für Token auf der Ethereum-Blockchain. Die meisten Token auf Ethereum — einschließlich Stablecoins (USDC, USDT, DAI) und Liquid Staking Tokens (stETH, rETH) — folgen dem ERC-20-Standard. Dieser Standard definiert grundlegende Funktionen wie Transfers, Guthaben-Abfragen und Freigaben (Approvals). Wenn du mit DeFi-Protokollen interagierst, arbeitest du fast immer mit ERC-20-Token.


F

Faucet

Ein Faucet ("Wasserhahn") ist eine Website oder Anwendung, die kleine Mengen Kryptowährung kostenlos verteilt. Faucets werden hauptsächlich auf Testnets genutzt, um Testnet-Token für die Entwicklung und das Testen von DApps zu erhalten. Manche Faucets verteilen auch kleine Mengen auf Mainnets, aber die Beträge sind minimal (Bruchteile von Cents). Für Staking sind Faucets relevant, um auf Testnets Staking-Funktionen auszuprobieren, bevor man echtes Geld einsetzt.


G

Gas Fees

Gas Fees sind Transaktionsgebühren auf Blockchains wie Ethereum. Jede Aktion auf der Blockchain — ein Transfer, ein Swap, das Einzahlen in ein Staking-Protokoll — kostet Gas. Die Höhe der Gas Fees hängt von der Netzwerkauslastung ab: In Spitzenzeiten können sie auf Ethereum Mainnet 20-100€ pro Transaktion betragen. Layer-2-Netzwerke wie Arbitrum, Base oder Optimism reduzieren die Gas Fees auf wenige Cents. Für Staker sind Gas Fees ein relevanter Kostenfaktor, besonders bei kleinen Beträgen.

Governance

Governance bezeichnet die Entscheidungsfindung innerhalb eines Blockchain-Protokolls. Bei dezentralen Protokollen halten Token-Besitzer Governance-Token, die ihnen Stimmrechte geben. Mit diesen Token können sie über Protokoll-Änderungen abstimmen: neue Features, Gebührenstrukturen, Treasury-Ausgaben usw. Beispiele: LDO-Token für Lido-Governance, AAVE-Token für Aave-Governance. Staker und Liquidity Provider haben oft indirekt Governance-Rechte, wenn sie die entsprechenden Token halten.


H

Haltefrist

Die Haltefrist ist ein zentraler Begriff im deutschen Krypto-Steuerrecht. Kryptowährungen, die länger als 1 Jahr gehalten werden, können steuerfrei verkauft werden (§23 Abs. 1 Nr. 2 EStG). Das BMF-Schreiben vom Mai 2022 bestätigt, dass Staking die Haltefrist nicht auf 10 Jahre verlängert. Die Haltefrist beginnt mit dem Anschaffungszeitpunkt und wird nach FIFO-Methode (First In, First Out) berechnet. Für Staking Rewards beginnt eine neue Haltefrist ab dem Zeitpunkt des Zuflusses.


I

Impermanent Loss

Impermanent Loss ist ein Phänomen bei Liquidity Providing auf dezentralen Börsen (AMMs). Wenn sich der Preis der Token in einem Liquidity Pool verändert, kann dein LP-Anteil weniger wert sein, als wenn du die Token einfach gehalten hättest. Der Verlust heißt "impermanent" (vorübergehend), weil er sich umkehrt, wenn die Preise zum ursprünglichen Verhältnis zurückkehren. In der Praxis ist Impermanent Loss bei volatilen Token-Paaren ein reales Risiko, das die Handelsgebühren-Einnahmen übersteigen kann.

Inflation Rate

Die Inflationsrate eines Krypto-Netzwerks beschreibt die Rate, mit der neue Token erstellt werden. Bei Proof-of-Stake-Netzwerken werden neue Token als Staking Rewards geschaffen. Ethereum hat eine sehr niedrige Inflationsrate (teils sogar deflationär durch Token-Burn). Netzwerke wie Cosmos oder Polkadot haben höhere Inflationsraten (7-15%). Eine hohe Inflationsrate bedeutet, dass hohe Staking-APYs teilweise durch die Verwässerung des Token-Werts kompensiert werden. Der "Real Yield" (Staking APY minus Inflationsrate) ist die aussagekräftigere Kennzahl.


J

Jito

Jito ist ein Liquid Staking Protokoll auf der Solana-Blockchain. Nutzer staken SOL über Jito und erhalten JitoSOL als Liquid Staking Token. Die Besonderheit von Jito: Es optimiert die Staking-Rendite durch MEV (Maximal Extractable Value) — zusätzliche Einnahmen aus der Reihenfolge-Optimierung von Transaktionen. JitoSOL bietet dadurch typischerweise eine höhere APY als herkömmliches Solana-Staking. Der JTO-Airdrop im Dezember 2023 war einer der wertvollsten Airdrops des Jahres.


L

Lending

Lending im Krypto-Bereich bedeutet, dass du deine Kryptowährungen an andere Nutzer oder Institutionen verleihst und dafür Zinsen erhältst. Es gibt DeFi-Lending (über Smart Contracts auf Protokollen wie Aave oder Compound) und CeFi-Lending (über zentrale Plattformen wie Nexo oder Crypto.com). Lending funktioniert mit allen Token-Arten, nicht nur mit Proof-of-Stake-Coins. Die Zinssätze richten sich nach Angebot und Nachfrage. In Deutschland werden Lending-Erträge als sonstige Einkünfte (§22 Nr. 3 EStG) besteuert.

Liquid Staking

Liquid Staking löst das Problem der Illiquidität beim klassischen Staking: Statt deine Coins zu sperren, erhältst du einen Liquid Staking Token (z.B. stETH für ETH, mSOL für SOL) als Quittung. Diesen Token kannst du frei handeln, als Collateral nutzen oder in DeFi einsetzen — während deine ursprünglichen Coins weiterhin Staking Rewards generieren. Die größten Liquid Staking Protokolle sind Lido (stETH), Rocket Pool (rETH), Marinade (mSOL) und Jito (JitoSOL). Liquid Staking macht über 30% aller gestakten ETH aus.

Liquidity Pool

Ein Liquidity Pool ist ein Smart Contract, der ein Paar von Token enthält und den dezentralen Handel ermöglicht (AMM-Modell). Nutzer (Liquidity Provider) zahlen Token in den Pool ein und erhalten dafür einen Anteil der Handelsgebühren. Beispiel: Ein ETH/USDC Pool enthält ETH und USDC. Wenn jemand ETH kaufen will, nimmt er ETH aus dem Pool und gibt USDC hinein — die Liquidity Provider verdienen an jeder Transaktion. Pools sind das Rückgrat von DEXes wie Uniswap, Curve und SushiSwap.

Lock-up

Ein Lock-up ist eine festgelegte Periode, in der deine gestakten oder verliehenen Token nicht abgezogen werden können. Lock-ups können netzwerkbedingt sein (z.B. 28 Tage Unbonding bei Polkadot) oder von der Plattform festgelegt werden (z.B. 30/60/90 Tage Lock-up bei CeFi-Plattformen für höhere Zinsen). Liquid Staking umgeht Lock-ups, da du einen handelbaren Token erhältst. Bei der Entscheidung für ein Staking-Produkt solltest du die Lock-up-Dauer immer berücksichtigen — dein Kapital ist in dieser Zeit gebunden.


M

MEV (Maximal Extractable Value)

MEV bezeichnet den maximalen Wert, den Validatoren oder Block-Builder durch die Reihenfolge, Einfügung oder Auslassung von Transaktionen in einem Block extrahieren können. Formen von MEV sind Frontrunning, Sandwich-Attacks und Arbitrage. MEV ist kontrovers, weil es auf Kosten normaler Nutzer geht, aber gleichzeitig eine zusätzliche Einnahmequelle für Validatoren und Staker darstellt. Protokolle wie Jito (Solana) oder Flashbots (Ethereum) verteilen MEV-Einnahmen teilweise an Staker, was die Staking-APY erhöht.

Mining

Mining ist der Prozess, durch den neue Blöcke in einer Proof-of-Work-Blockchain (z.B. Bitcoin) erstellt werden. Miner setzen Rechenleistung ein, um komplexe mathematische Rätsel zu lösen. Der Gewinner darf den nächsten Block erstellen und erhält eine Belohnung (Block Reward + Transaktionsgebühren). Mining ist energieintensiv und erfordert spezialisierte Hardware (ASICs). Im Gegensatz zum Staking sichert Mining das Netzwerk durch Rechenleistung statt durch hinterlegte Coins. Ethereum wechselte im September 2022 von Mining (PoW) zu Staking (PoS).


N

Node

Ein Node ist ein Computer, der eine Kopie der Blockchain speichert und am Netzwerk teilnimmt. Es gibt verschiedene Node-Typen: Full Nodes speichern die gesamte Blockchain und validieren alle Transaktionen. Validator Nodes nehmen am Konsens teil und erstellen neue Blöcke (bei PoS muss dafür gestakt werden). Light Nodes speichern nur einen Teil der Blockchain. Für Solo Staking bei Ethereum musst du einen eigenen Validator Node betreiben und 32 ETH staken. Bei Liquid Staking oder CeFi übernehmen andere den Node-Betrieb.

Nomination

Nomination ist der Prozess, bei dem Token-Holder einen oder mehrere Validatoren auswählen, an die sie ihre Staking-Rechte delegieren. Bei Polkadot heißen die Staker "Nominators" — sie nominieren bis zu 16 Validatoren und erhalten anteilig Rewards. Das Nominated Proof of Stake (NPoS) System von Polkadot optimiert automatisch die Verteilung der Stakes auf Validatoren, um das Netzwerk zu sichern.


O

Oracle

Ein Oracle ist ein Dienst, der externe Daten (Off-Chain) in eine Blockchain (On-Chain) bringt. Smart Contracts können nicht selbstständig auf externe Daten zugreifen — sie brauchen Oracles. Das wichtigste Oracle-Netzwerk ist Chainlink. Für Staking und DeFi sind Oracles essentiell: Lending-Protokolle wie Aave nutzen Oracles für Preis-Feeds, um zu bestimmen, wann Collateral liquidiert werden muss. Fehlerhafte Oracle-Daten können zu falschen Liquidierungen oder Exploits führen.


P

Proof of History (PoH)

Proof of History ist ein Konsens-Mechanismus, der von Solana entwickelt wurde. PoH erstellt einen kryptographischen Zeitstempel, der beweist, dass Transaktionen in einer bestimmten Reihenfolge stattgefunden haben — ohne dass alle Nodes miteinander kommunizieren müssen. Dies ermöglicht Solanas hohen Durchsatz (tausende Transaktionen pro Sekunde). PoH wird in Kombination mit Proof of Stake eingesetzt: Validatoren staken SOL und nutzen PoH für die effiziente Block-Produktion.

Proof of Stake (PoS)

Proof of Stake ist ein Konsens-Mechanismus, bei dem Validatoren Kryptowährung als Sicherheit hinterlegen (staken), um neue Blöcke zu erstellen und Transaktionen zu validieren. Je mehr Coins ein Validator stakt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, den nächsten Block zu erstellen. Als Belohnung erhält der Validator Staking Rewards. PoS ist deutlich energieeffizienter als Proof of Work — Ethereum reduzierte seinen Energieverbrauch durch den Wechsel zu PoS im September 2022 um über 99,95%. Beispiele für PoS-Netzwerke: Ethereum, Solana, Cardano, Polkadot, Cosmos.

Proof of Work (PoW)

Proof of Work ist der ursprüngliche Konsens-Mechanismus, eingeführt von Bitcoin. Miner setzen Rechenleistung ein, um kryptographische Rätsel zu lösen. Der erste Miner, der die Lösung findet, darf den nächsten Block erstellen und erhält die Block-Belohnung. PoW ist extrem sicher, aber energieintensiv: Das Bitcoin-Netzwerk verbraucht mehr Strom als manche Länder. Bei PoW-Netzwerken gibt es kein Staking — die Netzwerksicherung erfolgt durch Mining.

Protocol

Ein Protocol (Protokoll) im Krypto-Kontext ist ein Satz von Regeln und Smart Contracts, die eine bestimmte Funktion auf einer Blockchain erfüllen. Lido ist ein Staking-Protokoll, Aave ein Lending-Protokoll, Uniswap ein Handels-Protokoll. Protokolle definieren, wie Nutzer interagieren, wie Gebühren verteilt werden und wie Governance funktioniert. Die Sicherheit eines Protokolls hängt von der Qualität des Codes, der Audit-Geschichte und der Dezentralisierung ab.


R

Real Yield

Real Yield bezeichnet die tatsächliche, nachhaltige Rendite eines DeFi-Protokolls — im Gegensatz zu inflationären Token-Emissionen. Wenn ein Protokoll 20% APY in eigenem Token zahlt, aber der Token jährlich 25% an Wert verliert, ist der Real Yield negativ. Real Yield stammt aus echten Einnahmequellen: Handelsgebühren (Uniswap), Leihgebühren (Aave), Netzwerk-Transaktionsgebühren (Ethereum Staking). Die Faustregel: Nachhaltige Real Yields liegen typischerweise bei 2-8%. Alles darüber verdient skeptische Prüfung.

Rebasing Token

Ein Rebasing Token passt automatisch die Anzahl der Token in jeder Wallet an, um einen bestimmten Wert oder eine bestimmte Rendite abzubilden. Das bekannteste Beispiel ist stETH (Lido): Wenn du 10 stETH hältst, wächst dein Bestand täglich leicht (z.B. auf 10,001 stETH), was die Staking Rewards widerspiegelt. Im Gegensatz dazu stehen Value-Accruing Tokens wie rETH, die nicht im Bestand wachsen, sondern im Wert steigen. Steuerlich sind Rebasing Tokens komplexer, da jeder Rebase als steuerpflichtiger Zufluss gewertet werden könnte.

Reward Rate

Die Reward Rate ist der Prozentsatz an Belohnungen, den ein Staker oder Lending-Nutzer für seine Einlage erhält. Sie wird meist als APY oder APR angegeben. Die Reward Rate hängt von vielen Faktoren ab: Netzwerk-Inflation, Anzahl der Staker (mehr Staker = niedrigere individuelle Rate), Transaktionsgebühren, MEV-Einnahmen und Plattform-Gebühren. Bei Ethereum lag die Staking Reward Rate Anfang 2026 bei ca. 3-4% APY.

Rocket Pool

Rocket Pool ist ein dezentrales Ethereum Staking Protokoll. Nutzer können entweder als Node Operators (mit 8 oder 16 ETH) oder als reguläre Staker (beliebiger Betrag) teilnehmen. Staker erhalten rETH — einen Value-Accruing Token, der im Wert steigt statt im Bestand zu wachsen. Rocket Pool gilt als das dezentralste Ethereum Liquid Staking Protokoll: Jeder kann ein Node Operator werden (im Gegensatz zu Lido, das eine kuratierte Validator-Liste hat). Der RPL-Token dient als zusätzliche Sicherheit und für Governance.


S

Slashing

Slashing ist eine Strafmechanik in Proof-of-Stake-Netzwerken: Wenn ein Validator sich falsch verhält (doppeltes Signieren, Offline-Sein für längere Zeit), werden ihm Teile seiner gestakten Coins entzogen. Das soll sicherstellen, dass Validatoren ehrlich und zuverlässig handeln. Für normale Staker ist das Slashing-Risiko bei großen Pools (Lido, Rocket Pool) extrem gering, da die Validators professionell betrieben werden und Slashing-Versicherungen existieren. Bei Solo Staking liegt das Risiko beim Betreiber.

Smart Contract

Ein Smart Contract ist ein selbstausführendes Programm auf einer Blockchain. Wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, wird der Code automatisch ausgeführt — ohne Mittelsperson. DeFi-Protokolle wie Aave, Lido und Uniswap basieren komplett auf Smart Contracts. Die Sicherheit von Smart Contracts hängt von der Code-Qualität ab: Bugs können zu Verlusten führen (Smart-Contract-Exploits). Etablierte Protokolle lassen ihren Code von unabhängigen Firmen auditieren, aber ein Restrisiko bleibt immer.

Stablecoin

Ein Stablecoin ist eine Kryptowährung, deren Wert an einen stabilen Vermögenswert (meist den US-Dollar) gekoppelt ist. USDC und USDT sind durch Fiat-Reserven gedeckt, DAI durch überbesicherte Krypto-Einlagen. Stablecoins eliminieren das Kursrisiko normaler Kryptowährungen und sind deshalb ideal für Lending (Zinsen ohne Kursrisiko). Die Marktkapitalisierung aller Stablecoins beträgt Anfang 2026 über 150 Milliarden USD.

Staking

Staking ist der Prozess, bei dem du Kryptowährungen in einem Proof-of-Stake-Netzwerk hinterlegst, um zur Validierung von Transaktionen beizutragen. Dafür erhältst du Staking Rewards — neue Coins als Belohnung. Staking sichert das Netzwerk und ist deutlich energieeffizienter als Mining. Du kannst direkt staken (Solo Staking mit eigenem Validator, z.B. 32 ETH bei Ethereum), über einen Staking Pool (z.B. Lido) oder über eine CeFi-Plattform (z.B. Kraken). Die Staking-Rendite liegt typisch bei 3-15% APY, abhängig vom Netzwerk.

Staking Pool

Ein Staking Pool bündelt die Einlagen vieler Nutzer, um gemeinsam am Staking teilzunehmen. Das ist notwendig, wenn der Mindestbetrag für Solo Staking hoch ist (z.B. 32 ETH bei Ethereum = ~96.000€). Pools werden von Betreibern verwaltet, die die technische Infrastruktur bereitstellen. Lido und Rocket Pool sind die bekanntesten Ethereum Staking Pools. Pool-Betreiber erheben typischerweise 5-15% der Rewards als Gebühr.


T

TVL (Total Value Locked)

TVL misst den Gesamtwert aller Kryptowährungen, die in einem DeFi-Protokoll oder einer Blockchain eingesperrt sind. Es ist die wichtigste Kennzahl für die Größe und Adoption eines DeFi-Protokolls. Lido hat über 30 Milliarden USD TVL (größtes DeFi-Protokoll). Aave hat über 15 Milliarden USD TVL. Ein steigendes TVL zeigt wachsendes Vertrauen; ein fallendes TVL kann auf Probleme hindeuten. Achtung: TVL wird durch Coin-Preise beeinflusst — ein Kursanstieg erhöht das TVL, ohne dass neue Einlagen gemacht wurden.


U

Unbonding

Unbonding ist der Prozess des Ausstiegs aus dem Staking — die Wartezeit, bis deine gestakten Coins wieder frei verfügbar sind. Unbonding-Perioden variieren stark: Ethereum hat seit dem Shanghai-Upgrade (April 2023) eine variable Wartezeit (Tage bis Wochen, je nach Queue), Polkadot hat 28 Tage, Cosmos hat 21 Tage. Während der Unbonding-Periode erhältst du keine Rewards und kannst die Coins nicht transferieren. Liquid Staking umgeht Unbonding — du kannst den Liquid Staking Token jederzeit auf einem DEX verkaufen.


V

Validator

Ein Validator ist ein Teilnehmer in einem Proof-of-Stake-Netzwerk, der Transaktionen validiert und neue Blöcke erstellt. Validatoren müssen Kryptowährung als Sicherheit staken (z.B. 32 ETH bei Ethereum). Im Gegenzug erhalten sie Staking Rewards. Validatoren müssen zuverlässig online sein und ehrlich handeln — Fehlverhalten wird durch Slashing bestraft. Bei Ethereum gibt es über 900.000 Validatoren (Stand 2026). Normale Staker können über Pools oder CeFi-Plattformen indirekt an Validator-Rewards teilhaben.

Value-Accruing Token

Ein Value-Accruing Token steigt im Wert relativ zu seinem Basiswert, statt im Bestand zu wachsen (wie ein Rebasing Token). Das prominenteste Beispiel ist rETH (Rocket Pool): 1 rETH wird mit der Zeit mehr wert relativ zu 1 ETH, weil die Staking-Rendite in den Token-Wert fließt. Im Gegensatz zu stETH (Rebasing) wächst bei rETH nicht die Anzahl deiner Token. Steuerlich ist dies potenziell vorteilhaft, da kein laufender Zufluss entsteht — die Rendite wird erst beim Verkauf realisiert.


W

Wallet

Ein Wallet ist eine Software oder ein Gerät zur Verwaltung von Kryptowährungen. Es speichert deine Private Keys, mit denen du Transaktionen signierst und auf deine Coins zugreifst. Es gibt Hot Wallets (online: MetaMask, Phantom, Trust Wallet) und Cold Wallets (offline: Ledger, Trezor). Für DeFi-Staking brauchst du ein Hot Wallet, das mit DeFi-Protokollen interagieren kann. Für maximale Sicherheit empfiehlt sich die Kombination: Hot Wallet für DeFi, Cold Wallet für langfristige Aufbewahrung.

Wrapped Token

Ein Wrapped Token ist eine Token-Repräsentation eines Coins auf einer anderen Blockchain. Das bekannteste Beispiel ist WBTC (Wrapped Bitcoin): Bitcoin, der als ERC-20-Token auf Ethereum genutzt werden kann. Wrapped Tokens ermöglichen Cross-Chain-Nutzung — du kannst Bitcoin-Wert im Ethereum-DeFi-Ökosystem einsetzen (z.B. als Collateral bei Aave). Der Wrapping-Prozess erfordert einen Custodian, der die Original-Coins verwahrt und die Wrapped Tokens ausgibt.


Y

Yield

Yield bezeichnet die Rendite einer Krypto-Anlage — sei es durch Staking, Lending, Liquidity Providing oder andere Methoden. Im Krypto-Kontext wird Yield oft als APY oder APR angegeben. "Yield" ist ein Oberbegriff: Staking Yield, Lending Yield, LP Yield usw. Die Jagd nach der höchsten Yield ("Yield Chasing") ist eine verbreitete, aber riskante Strategie — die höchsten Yields kommen fast immer mit den höchsten Risiken.

Yield Aggregator

Ein Yield Aggregator ist ein DeFi-Protokoll, das automatisch die beste Rendite-Strategie für deine Einlage sucht und umsetzt. Bekannte Yield Aggregatoren sind Yearn Finance (Ethereum) und Beefy Finance (Multi-Chain). Du zahlst Token in einen "Vault" ein, und der Aggregator verteilt sie auf die profitabelsten Pools, farmt Rewards und reinvestiert automatisch (Auto-Compounding). Vorteil: Zeitersparnis und Gaskosten-Optimierung. Nachteil: zusätzliche Smart-Contract-Risiken und Gebühren (typisch 2-20% der Rendite).

Yield Farming

Yield Farming ist die aktive Strategie, Krypto-Assets über verschiedene DeFi-Protokolle zu bewegen, um die maximale Rendite zu erzielen. Typischerweise kombiniert Yield Farming Liquidity Providing (Handelsgebühren verdienen) mit Farming-Rewards (zusätzliche Token-Belohnungen vom Protokoll). Yield Farming kann zweistellige oder dreistellige APYs bieten, birgt aber erhebliche Risiken: Impermanent Loss, Smart-Contract-Exploits, Token-Wertverlust und hohe Komplexität. Es ist die aggressivste Form des passiven Krypto-Einkommens und nur für erfahrene DeFi-Nutzer empfehlenswert.


Dieses Glossar wird regelmäßig aktualisiert. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: Februar 2026.

Letzte Aktualisierung: Februar 2026. Krypto-Zinsen.com bietet keine Finanzberatung.