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Krypto Steuer 2026 — Der komplette Guide für Deutschland

Stand: Februar 2026

Du hast Kryptowährungen gekauft, getradet, gestakt oder in DeFi-Protokollen angelegt — und fragst dich jetzt: Muss ich Steuern zahlen? Wie viel? Und wann nicht? Dieser Guide ist die umfassendste Anleitung zu Krypto-Steuern im deutschsprachigen Raum. Wir erklären dir jedes steuerlich relevante Szenario — von einfachem Buy & Hold über Staking und Lending bis hin zu komplexem DeFi, NFTs und Mining. Mit Beispielrechnungen, konkreten Tipps und Tool-Empfehlungen.

Kryptowährungen sind in Deutschland nach §23 EStG als private Veräußerungsgeschäfte steuerpflichtig — aber dank der 1-Jahres-Haltefrist und der 1.000-€-Freigrenze können Krypto-Gewinne komplett steuerfrei sein, was Deutschland zu einem der krypto-freundlichsten Länder der Welt macht.

Disclaimer: Dieser Guide dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche Beratung. Für individuelle Fragen konsultiere einen auf Kryptowährungen spezialisierten Steuerberater.


Inhaltsverzeichnis

  1. Grundlagen — §23 EStG
  2. Die 1-Jahres-Haltefrist
  3. Die 1.000-€-Freigrenze
  4. Trading-Steuern
  5. Staking-Steuern
  6. Lending-Steuern
  7. DeFi-Steuern
  8. NFT-Steuern
  9. Mining-Steuern
  10. Steuer-Tipps — Legal optimieren
  11. Steuer-Tools
  12. FAQ

1. Grundlagen — §23 EStG und wie Krypto besteuert wird

Die steuerliche Einordnung

Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, Solana und alle anderen Coins und Token gelten in Deutschland steuerlich als „andere Wirtschaftsgüter" im Sinne des §23 Abs. 1 Nr. 2 EStG. Das ist ein entscheidender Unterschied zu Aktien:

MerkmalKryptowährungenAktien
Steuerliche EinordnungPrivates Veräußerungsgeschäft (§23 EStG)Kapitalerträge (§20 EStG)
SteuersatzPersönlicher Einkommensteuersatz (0–45 %)Pauschal 25 % Abgeltungssteuer
Haltefrist✅ 1 Jahr → steuerfrei❌ Keine Haltefrist
Freigrenze1.000 € Freigrenze1.000 € Sparer-Pauschbetrag (Freibetrag!)
VerlustverrechnungMit anderen §23-GeschäftenNur mit Kapitalerträgen

Wann entsteht eine Steuerpflicht?

Eine Steuerpflicht entsteht bei:

  • Verkauf von Krypto gegen Fiat (Euro, Dollar etc.) — innerhalb der 1-Jahres-Haltefrist
  • Tausch von Krypto gegen Krypto — gilt als Verkauf + Neukauf
  • Bezahlung mit Kryptowährungen — gilt als Verkauf
  • Staking-Rewards — sonstige Einkünfte bei Zufluss
  • Lending-Zinsen — sonstige Einkünfte bei Zufluss
  • Mining-Erträge — je nach Umfang sonstige Einkünfte oder gewerblich
  • Airdrops — sonstige Einkünfte bei Zufluss (wenn aktiv herbeigeführt)

Keine Steuerpflicht entsteht bei:

  • Kauf von Krypto mit Fiat (nur Anschaffung)
  • Transfer zwischen eigenen Wallets
  • Halten (HODL) — solange du nicht verkaufst
  • Verkauf nach 1 Jahr Haltefrist
  • Gewinne unter 1.000 € Freigrenze (innerhalb der Haltefrist)

Das BMF-Schreiben vom 10.05.2022

Das Bundesministerium der Finanzen hat im Mai 2022 ein umfassendes Schreiben zur Besteuerung von Kryptowährungen veröffentlicht. Dieses Schreiben ist die wichtigste Orientierung für Finanzämter und Steuerpflichtige. Die Kernpunkte:

  1. Kryptowährungen sind „andere Wirtschaftsgüter" (§23 EStG)
  2. Die 1-Jahres-Haltefrist gilt
  3. Staking verlängert die Haltefrist NICHT (wichtigste Klarstellung!)
  4. Staking-/Mining-Rewards sind sonstige Einkünfte bei Zufluss
  5. FIFO ist die empfohlene Verbrauchsreihenfolge

2. Die 1-Jahres-Haltefrist

Die Haltefrist ist der wichtigste Steuervorteil für Krypto-Anleger in Deutschland.

Die Regel

Gewinne aus der Veräußerung von Kryptowährungen sind steuerfrei, wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als 1 Jahr liegt.

Beispiel

SzenarioHaltedauerGewinnSteuer
BTC Kauf 01.01.2025, Verkauf 15.12.202511,5 Monate20.000 €Steuerpflichtig
BTC Kauf 01.01.2025, Verkauf 02.01.202612 Monate + 1 Tag20.000 €Steuerfrei!
ETH Kauf 01.06.2024, Verkauf 01.02.202620 Monate50.000 €Steuerfrei!

FIFO-Berechnung

Wenn du denselben Coin zu verschiedenen Zeitpunkten gekauft hast, bestimmt die Verbrauchsfolgenmethode, welcher Kauf dem Verkauf zugeordnet wird. FIFO (First In, First Out) ist die Standardmethode: Die ältesten Coins werden zuerst verkauft.

Ausführliche Erklärung mit Beispielrechnungen: Krypto Haltefrist Guide →


3. Die 1.000-€-Freigrenze

Seit dem Jahressteuergesetz 2024 beträgt die Freigrenze für private Veräußerungsgeschäfte 1.000 € pro Kalenderjahr (vorher 600 €).

Freigrenze — nicht Freibetrag!

Gewinn aus §23-GeschäftenSteuerpflicht
999 €Komplett steuerfrei
1.000 €Gesamter Betrag steuerpflichtig
5.000 €Gesamter Betrag steuerpflichtig

Die 1.000 € gelten für alle privaten Veräußerungsgeschäfte im Kalenderjahr zusammen — Krypto, Kunst, Fremdwährungen etc.


4. Trading-Steuern — Kaufen, Verkaufen, Tauschen

Einfacher Kauf und Verkauf

Gewinn = Verkaufspreis − Anschaffungskosten − Gebühren

Die Anschaffungskosten umfassen den Kaufpreis plus Gebühren (Trading-Fees, Gasgebühren etc.).

Beispielrechnung

  • Kauf: 1 BTC für 50.000 € + 50 € Gebühren = Anschaffungskosten 50.050 €
  • Verkauf nach 6 Monaten: 1 BTC für 70.000 € - 70 € Gebühren = Erlös 69.930 €
  • Gewinn: 69.930 € - 50.050 € = 19.880 €
  • Haltefrist < 1 Jahr → steuerpflichtig
  • Bei 42 % Grenzsteuersatz: ~8.350 € Steuern

Krypto-zu-Krypto-Tausch

Jeder Tausch von Krypto gegen Krypto ist ein steuerlich relevanter Vorgang:

  • Die getauschte Kryptowährung wird „verkauft" (→ möglicher Gewinn/Verlust)
  • Die erhaltene Kryptowährung wird „gekauft" (→ neue Haltefrist beginnt)

Beispiel:

  • Kauf: 1 ETH für 3.000 €
  • 3 Monate später: Tausch 1 ETH (Marktwert 4.000 €) gegen 10.000 ADA
  • Veräußerung des ETH: Gewinn 1.000 € (steuerpflichtig, da < 1 Jahr)
  • Anschaffung der ADA: Anschaffungskosten 4.000 € (neue Haltefrist beginnt)

Verluste nutzen

Verluste aus Krypto-Verkäufen (innerhalb der Haltefrist) können mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet werden. Nicht verrechnete Verluste können:

  • Ins Vorjahr zurückgetragen werden (Verlustrücktrag)
  • Ins Folgejahr vorgetragen werden (Verlustvortrag)

Tax-Loss-Harvesting: Wenn du Coins im Minus hältst und gleichzeitig andere Coins mit Gewinn verkaufen willst, verkaufe die Verlierer-Coins am selben Tag, um die Gewinne zu reduzieren. Die Verlierer-Coins kannst du danach sofort zurückkaufen (kein Wash-Sale-Verbot in Deutschland für §23-Geschäfte!).


5. Staking-Steuern

Staking-Rewards sind sonstige Einkünfte nach §22 Nr. 3 EStG.

Kernpunkte

AspektRegel
SteuerpflichtBei Zufluss (Marktwert in €)
SteuersatzPersönlicher Einkommensteuersatz
Freigrenze256 € / Jahr (sonstige Einkünfte)
Haltefrist-Verlängerung❌ NEIN (BMF 2022)
Haltefrist der Rewards1 Jahr ab Zufluss

Verschiedene Staking-Formen

FormSteuerliche Behandlung
Native Staking (ETH, SOL, ADA etc.)Rewards = sonstige Einkünfte bei Zufluss
Exchange Staking (Coinbase, Kraken)Gleich wie Native Staking
Liquid Staking (Lido/stETH — Rebasing)Jede Bestandserhöhung = Zufluss
Liquid Staking (Rocket Pool/rETH — Accumulating)Zufluss erst bei Tausch/Verkauf
DeFi Staking (Yield Farming)Rewards = sonstige Einkünfte bei Zufluss

Ausführlicher Guide: Staking Steuern →


6. Lending-Steuern

Beim Krypto-Lending verleihst du deine Coins und erhältst Zinsen. Die steuerliche Behandlung ist identisch zum Staking:

AspektRegel
ZinsenSonstige Einkünfte bei Zufluss (§22 Nr. 3 EStG)
SteuersatzPersönlicher Einkommensteuersatz
Freigrenze256 € / Jahr (zusammen mit Staking!)
Haltefrist-Verlängerung❌ NEIN
Haltefrist für Zinsen1 Jahr ab Zufluss → dann steuerfrei verkaufbar

CeFi vs. DeFi Lending

TypBeispieleDokumentation
CeFi LendingNexo, BlockFi (insolvent), YouHodlerEinfach (Plattform liefert Daten)
DeFi LendingAave, Compound, MakerDAOKomplexer (On-Chain-Analyse nötig)

Beispielrechnung

  • Du verleihst 10.000 USDC auf Aave für 6 Monate
  • Jährliche Rendite: 4 %
  • Erhaltene Zinsen: 200 USDC ≈ 200 € (USDC ≈ 1 €)
  • Unter 256 € Freigrenze → steuerfrei!

7. DeFi-Steuern — Die komplexeste Kategorie

DeFi (Decentralized Finance) umfasst diverse Aktivitäten, die steuerlich unterschiedlich behandelt werden. Hier wird es komplex.

Liquidity Mining

Wenn du Liquidität in einem DEX-Pool bereitstellst (z. B. Uniswap):

  1. Einzahlung: Du tauschst Token gegen LP-Token → mögliche Veräußerung
  2. Fees: Trading-Gebühren, die du als LP verdienst → sonstige Einkünfte
  3. Farming-Rewards: Zusätzliche Token-Rewards → sonstige Einkünfte
  4. Entnahme: Du tauschst LP-Token zurück → mögliche Veräußerung
  5. Impermanent Loss: Verlust, der durch Preisveränderungen im Pool entsteht → steuerlich komplex

Yield Farming

Yield Farming kombiniert mehrere DeFi-Strategien. Jede Transaktion ist einzeln zu betrachten:

  • Swap-Transaktionen → Veräußerung
  • Einzahlung in Vault/Farm → mögliche Veräußerung
  • Erhaltene Rewards → sonstige Einkünfte
  • Claim-Transaktionen → mögliche Zufluss-Steuerpflicht
  • Compound (Reinvestition) → neue Anschaffung

Token-Swaps auf DEXs

Jeder Token-Swap auf einem DEX (Uniswap, SushiSwap, Curve etc.) ist steuerlich ein Verkauf + Neukauf:

  • Du „verkaufst" den ausgehenden Token (→ Gewinn/Verlust)
  • Du „kaufst" den eingehenden Token (→ neue Anschaffungskosten + Haltefrist)
  • Gasgebühren mindern den Gewinn

Bridges

Das Bridging von Token zwischen Chains (z. B. ETH von Ethereum nach Arbitrum) ist kein steuerpflichtiger Vorgang, solange du denselben Token erhältst. Es ist vergleichbar mit einem Transfer zwischen eigenen Wallets.

Airdrops

ArtSteuerliche Behandlung
Passiver Airdrop (ohne eigenes Zutun)Anschaffungskosten 0 €, Zufluss ggf. steuerpflichtig
Aktiver Airdrop (Task erfüllt, z. B. Testnet)Sonstige Einkünfte bei Zufluss
Retroactive Airdrop (für frühere Protokoll-Nutzung)Umstritten — tendenziell sonstige Einkünfte

Empfehlung: Bei DeFi-Steuern ist ein Steuer-Tool und idealerweise ein Krypto-Steuerberater unverzichtbar.


8. NFT-Steuern

NFTs (Non-Fungible Tokens) werden steuerlich wie andere Kryptowährungen behandelt — als „andere Wirtschaftsgüter" nach §23 EStG.

Kauf und Verkauf

  • Kauf: Anschaffungsvorgang (Anschaffungskosten = Kaufpreis + Gasgebühren + Plattformgebühren)
  • Verkauf innerhalb 1 Jahr: Steuerpflichtiger Gewinn/Verlust
  • Verkauf nach 1 Jahr: Steuerfrei

NFT-Minting

  • Wenn du ein NFT mintest und dafür ETH zahlst, ist das ein Anschaffungsvorgang
  • Anschaffungskosten = Mint-Preis + Gasgebühren
  • Wenn du das NFT später verkaufst, gilt die normale Haltefrist

NFT-Royalties

Wenn du als Creator Royalties auf Sekundärverkäufe erhältst:

  • Das sind sonstige Einkünfte oder sogar gewerbliche Einkünfte (je nach Umfang)
  • Steuerpflichtig bei Zufluss
  • Bei regelmäßiger NFT-Erstellung: Gefahr der Gewerblichkeit!

NFT-Tausch

Ein NFT gegen ein anderes NFT zu tauschen ist steuerlich ein Verkauf + Neukauf — wie bei Krypto-zu-Krypto-Tausch.


9. Mining-Steuern

Mining wird je nach Umfang unterschiedlich besteuert:

Privates Mining (Hobby)

AspektRegel
ErtragSonstige Einkünfte bei Zufluss (§22 Nr. 3 EStG)
SteuersatzPersönlicher Einkommensteuersatz
Freigrenze256 € / Jahr
BetriebskostenStrom etc. als Werbungskosten absetzbar
Haltefrist für Coins1 Jahr ab Zufluss

Gewerbliches Mining

Wenn du in größerem Umfang minest (z. B. eigenes Mining-Rig, regelmäßige Einnahmen), kann das Finanzamt eine gewerbliche Tätigkeit annehmen:

AspektRegel
ErtragGewerbliche Einkünfte (§15 EStG)
SteuerEinkommensteuer + Gewerbesteuer
BetriebsausgabenHardware, Strom, Miete etc. voll absetzbar
Haltefrist❌ KEINE 1-Jahres-Haltefrist (gewerbliches Betriebsvermögen!)
UmsatzsteuerGrundsätzlich umsatzsteuerfrei (Mining gilt als „Leistung ohne bestimmbaren Empfänger")

Wann ist Mining gewerblich?

Klare Kriterien gibt es nicht, aber Indikatoren für Gewerblichkeit sind:

  • Regelmäßige, auf Dauer angelegte Tätigkeit
  • Gewinnerzielungsabsicht
  • Hohe Investitionen in Hardware
  • Professionelle Infrastruktur (eigener Raum, Kühlung etc.)

Achtung: Gewerbliches Mining bedeutet, dass die 1-Jahres-Haltefrist NICHT gilt — jeder Verkauf ist steuerpflichtig, unabhängig von der Haltedauer!


Tipp 1: HODL — Die einfachste Strategie

Kaufe und halte mindestens 1 Jahr. Danach sind alle Gewinne steuerfrei. Das ist die einfachste und effektivste Steueroptimierung.

Tipp 2: Freigrenze ausschöpfen

Wenn du innerhalb der Haltefrist verkaufst, halte den Gesamtgewinn unter 1.000 €. Nutze die Freigrenze bewusst für kleine Gewinnmitnahmen.

Tipp 3: FIFO optimieren

Wenn du zu verschiedenen Zeitpunkten gekauft hast, prüfe, ob FIFO oder LIFO steuerlich günstiger ist. Wähle die Methode, die mehr steuerfreie Verkäufe ermöglicht (ältere Coins über der Haltefrist).

Tipp 4: Tax-Loss-Harvesting

Verkaufe Coins im Minus, um Gewinne zu reduzieren. In Deutschland gibt es kein Wash-Sale-Verbot für §23-Geschäfte — du kannst die Coins sofort zurückkaufen.

Tipp 5: 256-€-Freigrenze für Staking/Lending

Halte deine Staking- und Lending-Einkünfte unter 256 € pro Jahr. Bei kleinen Positionen ist das realistisch — und die Rewards sind dann komplett steuerfrei.

Tipp 6: Krypto ins Ausland mitnehmen?

Manche denken über einen Umzug in ein steuerfreundlicheres Land nach (z. B. Portugal, Dubai, Schweiz). Achtung: Es gibt eine Wegzugsbesteuerung und der Umzug muss echt sein (Lebensmittelpunkt verlagern!). Allein der Umzug reicht nicht — das Finanzamt prüft genau.

Tipp 7: Dokumentation von Anfang an

Starte ab dem ersten Kauf mit einem Steuer-Tool. Je früher du dokumentierst, desto weniger Arbeit hast du am Jahresende.

Tipp 8: Gasgebühren als Kosten ansetzen

Gasgebühren (auf Ethereum, Polygon, Arbitrum etc.) und Trading-Fees sind Werbungskosten bzw. mindern den steuerpflichtigen Gewinn. Dokumentiere sie sorgfältig.


11. Steuer-Tools — Software für die Steuererklärung

Ohne Tool wird es ab einer gewissen Anzahl von Transaktionen unmöglich, korrekte Steuerberichte zu erstellen. Hier die besten Optionen für DACH-Nutzer:

ToolStärkePreis (ab)Link
CoinTrackingUmfassendster DeFi-Support, 110+ BörsenKostenlos (200 Tx)cointracking.info
BlockpitDACH-Steuerrecht, benutzerfreundlich~49 €/Jahrblockpit.io
AccointingIntuitivste Oberfläche, beste App~49 €/Jahraccointing.com

Ausführlicher Vergleich: Krypto Steuer-Tools im Vergleich →

Wann du zusätzlich einen Steuerberater brauchst

  • Gewinne über 10.000 €
  • Komplexe DeFi-Strategien
  • Gewerbliche Mining-Tätigkeit
  • Unsicherheit bei NFT-Royalties
  • Grenzüberschreitende Sachverhalte (Umzug, ausländische Börsen)

12. In der Steuererklärung — Wo was eintragen?

Anlage SO (Sonstige Einkünfte)

WasWo
Staking-RewardsAnlage SO, Zeile für sonstige Einkünfte nach §22 Nr. 3 EStG
Lending-ZinsenAnlage SO, gleiche Zeile
Mining-Erträge (privat)Anlage SO, gleiche Zeile
Airdrops (aktiv)Anlage SO, gleiche Zeile

Anlage SO (Private Veräußerungsgeschäfte)

WasWo
Krypto-Verkäufe (< 1 Jahr)Anlage SO, Abschnitt „Private Veräußerungsgeschäfte"
Krypto-Tausch (< 1 Jahr)Gleicher Abschnitt
NFT-Verkauf (< 1 Jahr)Gleicher Abschnitt

Was du NICHT eintragen musst

  • Verkäufe nach 1 Jahr Haltefrist (steuerfrei → keine Angabe nötig, aber empfohlen zur Dokumentation)
  • Transfers zwischen eigenen Wallets
  • Reine Käufe

FAQ — Die 12 häufigsten Fragen zu Krypto-Steuern

Muss ich Krypto-Gewinne versteuern?

Ja, wenn du innerhalb der 1-Jahres-Haltefrist verkaufst und der Gewinn über der 1.000-€-Freigrenze liegt. Nach 1 Jahr sind Gewinne komplett steuerfrei.

Wie hoch sind Krypto-Steuern in Deutschland?

Krypto-Gewinne werden mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert (14–45 % + Soli). Nicht mit der pauschalen 25 % Abgeltungssteuer.

Wann sind Krypto-Gewinne steuerfrei?

In zwei Fällen: (1) Nach 1 Jahr Haltefrist oder (2) wenn der Gesamtgewinn aus privaten Veräußerungsgeschäften im Kalenderjahr unter 1.000 € liegt.

Muss ich einen Krypto-zu-Krypto-Tausch versteuern?

Ja! Jeder Krypto-zu-Krypto-Tausch gilt steuerlich als Verkauf der einen und Kauf der anderen Kryptowährung. Wenn der „verkaufte" Coin innerhalb der Haltefrist liegt, ist der Gewinn steuerpflichtig.

Verlängert Staking die Haltefrist?

Nein. Das BMF hat 2022 klargestellt, dass Staking die Haltefrist nicht verlängert. Mehr dazu: Staking Steuern →

Was ist FIFO und warum ist es wichtig?

FIFO (First In, First Out) bestimmt, welche Coins als erstes verkauft werden — nämlich die ältesten. Das ist wichtig für die Haltefrist-Berechnung. Ausführlich: Haltefrist →

Muss ich Staking-Rewards versteuern, auch wenn ich nicht verkaufe?

Ja, Staking-Rewards sind bei Zufluss steuerpflichtig — unabhängig davon, ob du sie verkaufst. Staking Steuern →

Kann ich Krypto-Verluste steuerlich geltend machen?

Ja! Verluste aus Verkäufen innerhalb der Haltefrist können mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet werden. Verlustvortrag und -rücktrag sind möglich.

Welches Steuer-Tool ist das beste?

Für DeFi-Nutzer: CoinTracking. Für DACH-Fokus: Blockpit. Für Einsteiger: Accointing. Vergleich: Steuer-Tools →

Was passiert, wenn ich Krypto-Gewinne nicht angebe?

Steuerhinterziehung ist eine Straftat. Krypto-Transaktionen sind auf der Blockchain transparent und können nachverfolgt werden. Finanzämter in Deutschland bauen ihre Krypto-Kompetenz massiv aus. Gib deine Gewinne an — die Strafen für Steuerhinterziehung (bis 10 Jahre Freiheitsstrafe) stehen in keinem Verhältnis zur Steuerersparnis.

Gelten die Regeln auch für Österreich und die Schweiz?

Österreich: Seit März 2022 unterliegen Kryptos der KESt (27,5 %). Die 1-Jahres-Haltefrist gilt nur für Altbestände (Kauf vor 01.03.2021). Schweiz: Krypto-Gewinne sind für Privatanleger grundsätzlich als Vermögensgewinn steuerfrei (aber Vermögenssteuer auf den Bestand!).

Brauche ich einen Steuerberater?

Für einfaches Buy & Hold reicht ein Steuer-Tool. Bei komplexen DeFi-Aktivitäten, hohen Gewinnen oder gewerblichem Mining empfehlen wir dringend einen auf Krypto spezialisierten Steuerberater.


13. Krypto-Steuern in der Praxis — Häufige Szenarien

Szenario 1: Buy & Hold (HODL)

Situation: Du kaufst 1 BTC im Januar 2025 für 50.000 € und verkaufst ihn im März 2026 für 80.000 €.

Steuerliche Behandlung:

  • Haltedauer: 14 Monate → über 1 Jahr → steuerfrei
  • Gewinn: 30.000 € → 0 € Steuern
  • Du musst den Verkauf trotzdem nicht in der Steuererklärung angeben, aber es empfiehlt sich zur Dokumentation

Empfehlung: Die einfachste und steuerlich beste Strategie. Kaufe und halte mindestens 1 Jahr.

Szenario 2: Aktiver Trader

Situation: Du machst 200 Trades pro Jahr auf verschiedenen Börsen, mit einer Mischung aus Gewinnen und Verlusten. Gesamtgewinn: 15.000 € (alle innerhalb der 1-Jahres-Haltefrist).

Steuerliche Behandlung:

  • 15.000 € über der 1.000-€-Freigrenze → gesamter Betrag steuerpflichtig
  • Bei 35 % Grenzsteuersatz: 15.000 € × 35 % = ~5.250 € Steuern
  • Du kannst Verluste aus einzelnen Trades mit Gewinnen verrechnen
  • Steuer-Tool ist hier absolute Pflicht

Empfehlung: Dokumentiere jeden Trade von Anfang an. Nutze Tax-Loss-Harvesting, um deine Steuerlast zu reduzieren.

Szenario 3: Sparplan + Staking

Situation: Du besparst monatlich 200 € in ETH und stakst das angesammelte ETH. Jährliche Staking-Rewards: 180 €.

Steuerliche Behandlung:

  • Sparplan-Käufe: Jeder Kauf hat eigene Haltefrist. Nach 12 Monaten sind die ältesten Käufe steuerfrei verkaufbar.
  • Staking-Rewards: 180 € pro Jahr → unter 256 € Freigrenze → steuerfrei!
  • Die gestakten ETH: Haltefrist wird nicht verlängert

Empfehlung: Ideale Strategie für Einsteiger. Die meisten Sparplan-Nutzer mit moderaten Beträgen bleiben unter der 256-€-Freigrenze für Staking. Mehr dazu im Ethereum-Sparplan-Guide.

Szenario 4: DeFi Yield Farmer

Situation: Du stellst Liquidität auf Uniswap bereit, farmst Rewards auf verschiedenen Protokollen und nutzt Liquid Staking (stETH über Lido).

Steuerliche Behandlung:

  • Jede Einzahlung in einen Liquidity Pool kann als Tausch gelten
  • LP-Fees und Farming-Rewards: Sonstige Einkünfte bei Zufluss
  • stETH Rebasing: Jede tägliche Bestandserhöhung = steuerpflichtiger Zufluss
  • Hunderte oder tausende steuerrelevante Transaktionen pro Jahr

Empfehlung: Ohne CoinTracking oder ähnliches Steuer-Tool und einen Krypto-Steuerberater kommst du hier nicht aus. Die Dokumentation ist extrem aufwendig.

Szenario 5: NFT-Handel

Situation: Du hast 5 NFTs geminted (je 0,1 ETH), 3 davon nach 2 Monaten für je 0,5 ETH verkauft.

Steuerliche Behandlung:

  • Anschaffungskosten pro NFT: 0,1 ETH × Kurs bei Mint + Gasgebühren
  • Verkaufserlös pro NFT: 0,5 ETH × Kurs bei Verkauf
  • Gewinn pro NFT: Verkaufserlös - Anschaffungskosten (alles in Euro)
  • Haltedauer < 1 Jahr → steuerpflichtig
  • Die 2 unverkauften NFTs: Haltefrist läuft weiter

Szenario 6: Airdrop erhalten

Situation: Du hast Uniswap genutzt und erhältst einen UNI-Airdrop von 400 Token.

Steuerliche Behandlung:

  • Zufluss: 400 UNI × Kurs bei Zufluss = steuerpflichtiger Betrag (sonstige Einkünfte)
  • Anschaffungskosten der UNI: Kurs bei Zufluss (für spätere Haltefrist-Berechnung)
  • Haltefrist: 1 Jahr ab Zufluss-Datum
  • Wenn du die UNI nach 1 Jahr verkaufst → Gewinn/Verlust steuerfrei

14. Krypto-Steuern international — DACH-Vergleich

Deutschland

AspektRegel
Grundlage§23 EStG (privates Veräußerungsgeschäft)
Haltefrist1 Jahr → steuerfrei
SteuersatzPersönlicher Einkommensteuersatz (0–45 %)
Freigrenze1.000 € (§23) / 256 € (§22 Nr. 3)
StakingSonstige Einkünfte bei Zufluss
Rating⭐⭐⭐⭐⭐ Sehr krypto-freundlich

Österreich

AspektRegel
GrundlageSeit März 2022: KESt auf Krypto
Haltefrist❌ Keine (für Neubestände ab 01.03.2021)
Steuersatz27,5 % KESt (pauschal)
AltbeständeKauf vor 01.03.2021 → alte Regel (1 Jahr Haltefrist) gilt noch
StakingKESt bei Zufluss oder Veräußerung
Rating⭐⭐⭐ Durchschnittlich

Seit der österreichischen Steuerreform 2022 werden Kryptowährungen ähnlich wie Aktien besteuert — mit 27,5 % KESt. Der Vorteil der deutschen 1-Jahres-Haltefrist existiert in Österreich nicht mehr (außer für Altbestände).

Schweiz

AspektRegel
GrundlageVermögensgewinn (für Privatanleger steuerfrei)
HaltefristKeine nötig — Gewinne sind grundsätzlich steuerfrei
Vermögenssteuer✅ Ja — Krypto-Bestand muss als Vermögen deklariert werden
GewerblichkeitBei „gewerbsmäßigem" Handel: Einkommenssteuer!
StakingEinkommenssteuer auf Staking-Rewards
Rating⭐⭐⭐⭐⭐ Sehr krypto-freundlich (für HODLer)

Die Schweiz ist für Buy-and-Hold-Investoren ein Steuerparadies — Krypto-Gewinne sind als private Vermögensgewinne steuerfrei. Allerdings musst du deinen Krypto-Bestand in der Steuererklärung als Vermögen angeben, und es fällt Vermögenssteuer an (kantonsabhängig, meist unter 1 %).

Achtung: Wer in der Schweiz aktiv tradet, kann als „gewerbsmäßiger Händler" eingestuft werden — dann werden Gewinne als Einkommen besteuert. Die Kriterien sind: Hohe Handelsfrequenz, Fremdfinanzierung, Derivate-Nutzung, Anteil am Gesamteinkommen.


15. Häufige Fehler bei Krypto-Steuern

Fehler 1: Krypto-zu-Krypto-Tausch ignorieren

Viele Anleger denken, nur der Verkauf gegen Euro ist steuerrelevant. Falsch! Jeder Tausch von Krypto gegen Krypto ist ein steuerlich relevanter Vorgang — auch ein Swap auf Uniswap, auch ein Tausch auf einem DEX.

Fehler 2: Staking-Rewards nicht dokumentieren

Staking-Rewards sind bei Zufluss steuerpflichtig — auch wenn du sie nicht verkaufst. Wer das nicht dokumentiert, hat am Jahresende ein Problem. Nutze ein Steuer-Tool ab dem ersten Reward.

Fehler 3: Transfers als Verkäufe buchen

Ein Transfer von deiner Börse auf dein Wallet ist kein Verkauf. Steuer-Tools erkennen das meist automatisch, aber prüfe bei manueller Buchung, dass Transfers korrekt kategorisiert sind.

Fehler 4: Gasgebühren nicht berücksichtigen

Gasgebühren und Trading-Fees sind abzugsfähig — sie reduzieren deinen steuerpflichtigen Gewinn. Vergiss nicht, sie zu dokumentieren.

Fehler 5: FIFO/LIFO-Methode wechseln

Du musst dich pro Wallet/Börse für eine Methode entscheiden und diese konsistent anwenden. Ein Wechsel zwischen FIFO und LIFO bei jedem Verkauf ist nicht zulässig.

Fehler 6: Freigrenze mit Freibetrag verwechseln

Die 1.000-€-Freigrenze ist KEINE Freibetrag! Bei 1.001 € Gewinn ist der gesamte Betrag steuerpflichtig, nicht nur der eine Euro darüber.

Fehler 7: Ausländische Börsen = unsichtbar für das Finanzamt

Falsch. Deutsche Finanzämter tauschen Informationen mit anderen Ländern aus (CRS — Common Reporting Standard). Außerdem sind Blockchain-Transaktionen öffentlich und können analysiert werden. Verschweige keine Gewinne.

Fehler 8: Steuererklärung komplett weglassen

Selbst wenn du denkst, alle Gewinne seien steuerfrei (z. B. wegen Haltefrist), dokumentiere deine Transaktionen. Das Finanzamt kann auch nach Jahren noch Nachweise verlangen (10 Jahre Aufbewahrungspflicht).


Zusammenfassung — Die wichtigsten Regeln auf einen Blick

RegelDetails
1-Jahres-HaltefristNach 1 Jahr steuerfrei verkaufen
1.000 € FreigrenzeGesamtgewinn aus §23 unter 1.000 € → steuerfrei
256 € FreigrenzeStaking/Lending-Einkünfte unter 256 € → steuerfrei
Staking ≠ Haltefrist-VerlängerungStaken ohne Sorge
Krypto-zu-Krypto = VerkaufJeder Tausch ist steuerrelevant
Persönlicher Steuersatz14–45 % (nicht 25 % Abgeltungssteuer)
FIFO als StandardÄlteste Coins werden zuerst verkauft
Dokumentationspflicht10 Jahre Aufbewahrung
Steuer-Tool = PflichtAb mehr als einer Handvoll Transaktionen

Deutschland bietet mit der 1-Jahres-Haltefrist einen der größten Steuervorteile für Krypto-Anleger weltweit — wer strategisch vorgeht und seine Coins mindestens ein Jahr hält, zahlt auf Gewinne exakt null Euro Steuern.


16. Gewerbliche Krypto-Tätigkeit — Wann wirst du zum Unternehmer?

Wann wird Krypto gewerblich?

Nicht jeder Krypto-Nutzer ist Privatanleger. Das Finanzamt kann eine gewerbliche Tätigkeit feststellen, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind:

KriteriumPrivatGewerblich
HandelsfrequenzGelegentlichTäglich, hunderte Trades
GewinnerzielungsabsichtLangfristig (HODL)Kurzfristig (Day Trading)
FremdkapitaleinsatzNeinJa (Margin, Leverage)
Professionelle InfrastrukturLaptop + Börsen-AppTrading-Bots, Multi-Monitor, API-Systeme
Anteil am EinkommenNebeneinkünfteHaupteinnahmequelle
MiningEin GPU als HobbyMining-Farm mit mehreren Geräten

Konsequenzen der Gewerblichkeit

Wenn das Finanzamt gewerbliche Tätigkeit feststellt:

  • Einkommensteuer auf alle Gewinne (persönlicher Steuersatz)
  • Gewerbesteuer (kommunaler Hebesatz, typisch 14–17 %)
  • Umsatzsteuer (ggf., abhängig vom Umsatz)
  • KEINE 1-Jahres-Haltefrist — alle Verkäufe steuerpflichtig!
  • Buchführungspflicht — Ordnungsgemäße Buchführung erforderlich

Die wegfallende Haltefrist ist der größte Nachteil — du verlierst den wichtigsten Steuervorteil für Krypto in Deutschland.

Wie vermeidest du eine gewerbliche Einstufung?

  1. Halte deine Handelsfrequenz moderat — Gelegentliches Trading ist privat
  2. Kein Fremdkapital — Vermeide Margin-Trading und Leverage
  3. Kein Bot-Trading — Automatisiertes Trading kann als professionell gelten
  4. Mining nur als Hobby — Kleines Setup, niedrige Investition
  5. Dokumentiere deine Motivation — „Langfristiger Vermögensaufbau" ist besser als „aktives Trading"

Im Zweifel: Konsultiere einen auf Krypto spezialisierten Steuerberater. Die Abgrenzung privat/gewerblich ist im Einzelfall zu prüfen.


17. Krypto und Erbschaft/Schenkung

Schenkung von Kryptowährungen

Wenn du Kryptowährungen verschenkst:

  • Schenkungssteuer kann anfallen (abhängig von Verwandtschaftsgrad und Freibetrag)
  • Freibeträge: 500.000 € (Ehepartner), 400.000 € (Kinder), 200.000 € (Enkel), 20.000 € (Sonstige) — alle 10 Jahre erneut
  • Der Beschenkte übernimmt die Anschaffungsdaten des Schenkers (Kaufzeitpunkt, Kaufpreis)
  • Die Haltefrist des Schenkers wird fortgeführt — der Beschenkte muss nicht von vorne anfangen
  • Geschickter Einsatz: Verschenke Coins an Familienmitglieder mit niedrigerem Steuersatz

Erbschaft von Kryptowährungen

Bei Vererbung:

  • Erbschaftssteuer kann anfallen (gleiche Freibeträge wie bei Schenkung)
  • Der Erbe übernimmt den Buchwert (Anschaffungskosten des Erblassers)
  • Die Haltefrist wird fortgeführt
  • Praktisches Problem: Hat der Erblasser die Seed Phrase nicht hinterlassen, sind die Coins möglicherweise unzugänglich! → Nachlassplanung ist wichtig

Tipp: Krypto-Nachlassplanung

Stelle sicher, dass deine Erben Zugang zu deinen Kryptowährungen haben:

  • Hinterlege die Seed Phrase in einem versiegelten Umschlag beim Notar
  • Nutze ein multisig-Setup, bei dem mehrere Vertrauenspersonen zusammenwirken müssen
  • Informiere eine Vertrauensperson über die Existenz deiner Krypto-Holdings

18. Checkliste — Krypto-Steuern richtig machen

Nutze diese Checkliste, um sicherzustellen, dass du steuerlich alles richtig machst:

Vor dem Trading/Investieren

  • Steuer-Tool einrichten (CoinTracking, Blockpit oder Accointing)
  • Alle Börsen und Wallets verbinden (API oder CSV-Import)
  • Verbrauchsfolgenmethode festlegen (FIFO empfohlen)
  • Seed Phrases und Wallet-Adressen dokumentieren
  • Steuerberater kontaktieren (bei komplexen Portfolios)

Während des Jahres

  • Jede neue Börse/Wallet sofort im Steuer-Tool importieren
  • Staking- und Lending-Rewards werden automatisch getrackt (API)
  • DeFi-Transaktionen regelmäßig prüfen (monatlich)
  • Tax-Loss-Harvesting Opportunities identifizieren (vor Jahresende)
  • Freibeträge im Blick behalten (1.000 € §23 / 256 € §22 Nr. 3)

Nach Jahresende

  • Steuerbericht im Tool generieren (Land: DE, Methode: FIFO, Jahr: 2025)
  • Bericht auf Plausibilität prüfen
  • Gewinne und Einkünfte in Anlage SO eintragen
  • Belege und Berichte 10 Jahre aufbewahren
  • Nachzahlung einplanen (oder Erstattung freuen!)

Spezielle Situationen

  • Bei DeFi-Nutzung: Alle Protokoll-Interaktionen dokumentiert?
  • Bei NFT-Handel: Mint-Kosten und Verkaufserlöse erfasst?
  • Bei Airdrops: Zufluss-Werte zum Erhaltsdatum notiert?
  • Bei Mining: Strom- und Hardwarekosten als Werbungskosten?
  • Bei Schenkung/Erbschaft: Steuerberater konsultiert?

Weiterführende Guides:


19. Glossar — Die wichtigsten Steuer-Begriffe

BegriffErklärung
§23 EStGGesetzliche Grundlage für die Besteuerung privater Veräußerungsgeschäfte. Kryptowährungen fallen als „andere Wirtschaftsgüter" hierunter.
§22 Nr. 3 EStGGesetzliche Grundlage für sonstige Einkünfte. Staking-Rewards, Lending-Zinsen und Mining-Erträge fallen hierunter.
Privates VeräußerungsgeschäftSteuerlicher Fachbegriff für den Verkauf von Wirtschaftsgütern (inkl. Krypto) innerhalb der Spekulationsfrist (1 Jahr).
FIFO (First In, First Out)Verbrauchsfolgenmethode: Die zuerst gekauften Coins werden als erstes verkauft. Standard für die Haltefrist-Berechnung.
LIFO (Last In, First Out)Alternative Verbrauchsfolgenmethode: Die zuletzt gekauften Coins werden als erstes verkauft.
FreigrenzeBetrag, bis zu dem Einkünfte steuerfrei sind. Bei Überschreitung wird der gesamte Betrag besteuert (anders als ein Freibetrag).
FreibetragBetrag, der von den Einkünften abgezogen wird. Nur der übersteigende Betrag wird besteuert.
ZuflussZeitpunkt, zu dem Coins in deinem Wallet/Account erscheinen. Bei Staking/Lending = Zeitpunkt der Steuerpflicht.
AnschaffungskostenKaufpreis + Gebühren. Basis für die Gewinnberechnung beim Verkauf.
BMF-SchreibenOffizielles Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen. Das Schreiben vom 10.05.2022 ist die Hauptreferenz für Krypto-Steuern.
KEStKapitalertragsteuer (Österreich). 27,5 % auf Krypto-Gewinne.
AbgeltungssteuerPauschalsteuer auf Kapitalerträge in Deutschland (25 % + Soli). Gilt für Krypto-ETFs, NICHT für direkten Krypto-Kauf.
Tax-Loss-HarvestingStrategie, bei der Verlust-Positionen verkauft werden, um Gewinne steuerlich zu reduzieren.
Wash SaleVerkauf mit Verlust und sofortiger Rückkauf. In Deutschland für §23-Geschäfte NICHT verboten (anders als in den USA).
GewerblichkeitEinstufung als gewerbliche Tätigkeit. Führt zu Gewerbesteuer und Verlust der 1-Jahres-Haltefrist.

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Häufige Fragen (FAQ)

Muss ich Krypto-Gewinne versteuern?
Ja, wenn du innerhalb der 1-Jahres-[Haltefrist](/steuern/haltefrist) verkaufst und der Gewinn über der 1.000-€-Freigrenze liegt. Nach 1 Jahr sind Gewinne komplett steuerfrei.
Wie hoch sind Krypto-Steuern in Deutschland?
Krypto-Gewinne werden mit deinem **persönlichen Einkommensteuersatz** besteuert (14–45 % + Soli). Nicht mit der pauschalen 25 % Abgeltungssteuer.
Wann sind Krypto-Gewinne steuerfrei?
In zwei Fällen: (1) Nach 1 Jahr [Haltefrist](/steuern/haltefrist) oder (2) wenn der Gesamtgewinn aus privaten Veräußerungsgeschäften im Kalenderjahr unter 1.000 € liegt.
Muss ich einen Krypto-zu-Krypto-Tausch versteuern?
Ja! Jeder Krypto-zu-Krypto-Tausch gilt steuerlich als Verkauf der einen und Kauf der anderen Kryptowährung. Wenn der „verkaufte" Coin innerhalb der Haltefrist liegt, ist der Gewinn steuerpflichtig.
Verlängert Staking die Haltefrist?
**Nein.** Das BMF hat 2022 klargestellt, dass Staking die Haltefrist nicht verlängert. Mehr dazu: [Staking Steuern →](/steuern/staking-steuern)
Was ist FIFO und warum ist es wichtig?
FIFO (First In, First Out) bestimmt, welche Coins als erstes verkauft werden — nämlich die ältesten. Das ist wichtig für die Haltefrist-Berechnung. Ausführlich: [Haltefrist →](/steuern/haltefrist)
Muss ich Staking-Rewards versteuern, auch wenn ich nicht verkaufe?
Ja, Staking-Rewards sind bei Zufluss steuerpflichtig — unabhängig davon, ob du sie verkaufst. [Staking Steuern →](/steuern/staking-steuern)
Kann ich Krypto-Verluste steuerlich geltend machen?
Ja! Verluste aus Verkäufen innerhalb der Haltefrist können mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet werden. Verlustvortrag und -rücktrag sind möglich.
Welches Steuer-Tool ist das beste?
Für DeFi-Nutzer: CoinTracking. Für DACH-Fokus: Blockpit. Für Einsteiger: Accointing. Vergleich: [Steuer-Tools →](/steuern/steuer-tools)
Was passiert, wenn ich Krypto-Gewinne nicht angebe?
Steuerhinterziehung ist eine Straftat. Krypto-Transaktionen sind auf der Blockchain transparent und können nachverfolgt werden. Finanzämter in Deutschland bauen ihre Krypto-Kompetenz massiv aus. **Gib deine Gewinne an — die Strafen für Steuerhinterziehung (bis 10 Jahre Freiheitsstrafe) stehen in keinem Verhältnis zur Steuerersparnis.**
Gelten die Regeln auch für Österreich und die Schweiz?
**Österreich:** Seit März 2022 unterliegen Kryptos der KESt (27,5 %). Die 1-Jahres-Haltefrist gilt nur für Altbestände (Kauf vor 01.03.2021). **Schweiz:** Krypto-Gewinne sind für Privatanleger grundsätzlich als Vermögensgewinn steuerfrei (aber Vermögenssteuer auf den Bestand!).
Brauche ich einen Steuerberater?
Für einfaches Buy & Hold reicht ein [Steuer-Tool](/steuern/steuer-tools). Bei komplexen DeFi-Aktivitäten, hohen Gewinnen oder gewerblichem Mining empfehlen wir dringend einen auf Krypto spezialisierten Steuerberater. ## 13. Krypto-Steuern in der Praxis — Häufige Szenarien
Szenario 1: Buy & Hold (HODL)
**Situation:** Du kaufst 1 BTC im Januar 2025 für 50.000 € und verkaufst ihn im März 2026 für 80.000 €. **Steuerliche Behandlung:** - Haltedauer: 14 Monate → über 1 Jahr → **steuerfrei** - Gewinn: 30.000 € → **0 € Steuern** - Du musst den Verkauf trotzdem nicht in der Steuererklärung angeben, aber es empfiehlt sich zur Dokumentation **Empfehlung:** Die einfachste und steuerlich beste Strategie. Kaufe und halte mindestens 1 Jahr.
Szenario 2: Aktiver Trader
**Situation:** Du machst 200 Trades pro Jahr auf verschiedenen Börsen, mit einer Mischung aus Gewinnen und Verlusten. Gesamtgewinn: 15.000 € (alle innerhalb der 1-Jahres-Haltefrist). **Steuerliche Behandlung:** - 15.000 € über der 1.000-€-Freigrenze → **gesamter Betrag steuerpflichtig** - Bei 35 % Grenzsteuersatz: 15.000 € × 35 % = **~5.250 € Steuern** - Du kannst Verluste aus einzelnen Trades mit Gewinnen verrechnen - [Steuer-Tool](/steuern/steuer-tools) ist hier **absolute Pflicht** **Empfehlung:** Dokumentiere jeden Trade von Anfang an. Nutze Tax-Loss-Harvesting, um deine Steuerlast zu reduzieren.
Szenario 3: Sparplan + Staking
**Situation:** Du besparst monatlich 200 € in [ETH](/coins/ethereum) und stakst das angesammelte ETH. Jährliche Staking-Rewards: 180 €. **Steuerliche Behandlung:** - Sparplan-Käufe: Jeder Kauf hat eigene [Haltefrist](/steuern/haltefrist). Nach 12 Monaten sind die ältesten Käufe steuerfrei verkaufbar. - Staking-Rewards: 180 € pro Jahr → **unter 256 € Freigrenze → steuerfrei!** - Die gestakten ETH: Haltefrist wird **nicht** verlängert **Empfehlung:** Ideale Strategie für Einsteiger. Die meisten Sparplan-Nutzer mit moderaten Beträgen bleiben unter der 256-€-Freigrenze für Staking. Mehr dazu im [Ethereum-Sparplan-Guide](/krypto-sparplan/ethereum-sparplan).
Szenario 4: DeFi Yield Farmer
**Situation:** Du stellst Liquidität auf [Uniswap](/protokolle/uniswap) bereit, farmst Rewards auf verschiedenen Protokollen und nutzt Liquid Staking (stETH über Lido). **Steuerliche Behandlung:** - Jede Einzahlung in einen Liquidity Pool kann als Tausch gelten - LP-Fees und Farming-Rewards: Sonstige Einkünfte bei Zufluss - stETH Rebasing: Jede tägliche Bestandserhöhung = steuerpflichtiger Zufluss - Hunderte oder tausende steuerrelevante Transaktionen pro Jahr **Empfehlung:** Ohne CoinTracking oder ähnliches [Steuer-Tool](/steuern/steuer-tools) und einen Krypto-Steuerberater kommst du hier nicht aus. Die Dokumentation ist extrem aufwendig.
Szenario 5: NFT-Handel
**Situation:** Du hast 5 NFTs geminted (je 0,1 ETH), 3 davon nach 2 Monaten für je 0,5 ETH verkauft. **Steuerliche Behandlung:** - Anschaffungskosten pro NFT: 0,1 ETH × Kurs bei Mint + Gasgebühren - Verkaufserlös pro NFT: 0,5 ETH × Kurs bei Verkauf - Gewinn pro NFT: Verkaufserlös - Anschaffungskosten (alles in Euro) - Haltedauer < 1 Jahr → steuerpflichtig - Die 2 unverkauften NFTs: Haltefrist läuft weiter
Szenario 6: Airdrop erhalten
**Situation:** Du hast Uniswap genutzt und erhältst einen UNI-Airdrop von 400 Token. **Steuerliche Behandlung:** - Zufluss: 400 UNI × Kurs bei Zufluss = steuerpflichtiger Betrag (sonstige Einkünfte) - Anschaffungskosten der UNI: Kurs bei Zufluss (für spätere Haltefrist-Berechnung) - Haltefrist: 1 Jahr ab Zufluss-Datum - Wenn du die UNI nach 1 Jahr verkaufst → Gewinn/Verlust steuerfrei ## 14. Krypto-Steuern international — DACH-Vergleich
Deutschland
| Aspekt | Regel | |---|---| | **Grundlage** | §23 EStG (privates Veräußerungsgeschäft) | | **Haltefrist** | 1 Jahr → steuerfrei | | **Steuersatz** | Persönlicher Einkommensteuersatz (0–45 %) | | **Freigrenze** | 1.000 € (§23) / 256 € (§22 Nr. 3) | | **Staking** | Sonstige Einkünfte bei Zufluss | | **Rating** | ⭐⭐⭐⭐⭐ Sehr krypto-freundlich |
Österreich
| Aspekt | Regel | |---|---| | **Grundlage** | Seit März 2022: KESt auf Krypto | | **Haltefrist** | ❌ Keine (für Neubestände ab 01.03.2021) | | **Steuersatz** | 27,5 % KESt (pauschal) | | **Altbestände** | Kauf vor 01.03.2021 → alte Regel (1 Jahr Haltefrist) gilt noch | | **Staking** | KESt bei Zufluss oder Veräußerung | | **Rating** | ⭐⭐⭐ Durchschnittlich | Seit der österreichischen Steuerreform 2022 werden Kryptowährungen ähnlich wie Aktien besteuert — mit 27,5 % KESt. Der Vorteil der deutschen 1-Jahres-Haltefrist existiert in Österreich nicht mehr (außer für Altbestände).
Schweiz
| Aspekt | Regel | |---|---| | **Grundlage** | Vermögensgewinn (für Privatanleger steuerfrei) | | **Haltefrist** | Keine nötig — Gewinne sind grundsätzlich steuerfrei | | **Vermögenssteuer** | ✅ Ja — Krypto-Bestand muss als Vermögen deklariert werden | | **Gewerblichkeit** | Bei „gewerbsmäßigem" Handel: Einkommenssteuer! | | **Staking** | Einkommenssteuer auf Staking-Rewards | | **Rating** | ⭐⭐⭐⭐⭐ Sehr krypto-freundlich (für HODLer) | Die Schweiz ist für Buy-and-Hold-Investoren ein Steuerparadies — Krypto-Gewinne sind als private Vermögensgewinne steuerfrei. Allerdings musst du deinen Krypto-Bestand in der Steuererklärung als Vermögen angeben, und es fällt Vermögenssteuer an (kantonsabhängig, meist unter 1 %). **Achtung:** Wer in der Schweiz aktiv tradet, kann als „gewerbsmäßiger Händler" eingestuft werden — dann werden Gewinne als Einkommen besteuert. Die Kriterien sind: Hohe Handelsfrequenz, Fremdfinanzierung, Derivate-Nutzung, Anteil am Gesamteinkommen. ## 15. Häufige Fehler bei Krypto-Steuern
Fehler 1: Krypto-zu-Krypto-Tausch ignorieren
Viele Anleger denken, nur der Verkauf gegen Euro ist steuerrelevant. **Falsch!** Jeder Tausch von Krypto gegen Krypto ist ein steuerlich relevanter Vorgang — auch ein Swap auf Uniswap, auch ein Tausch auf einem DEX.
Fehler 2: Staking-Rewards nicht dokumentieren
Staking-Rewards sind bei Zufluss steuerpflichtig — auch wenn du sie nicht verkaufst. Wer das nicht dokumentiert, hat am Jahresende ein Problem. Nutze ein [Steuer-Tool](/steuern/steuer-tools) ab dem ersten Reward.
Fehler 3: Transfers als Verkäufe buchen
Ein Transfer von deiner Börse auf dein Wallet ist **kein Verkauf**. Steuer-Tools erkennen das meist automatisch, aber prüfe bei manueller Buchung, dass Transfers korrekt kategorisiert sind.
Fehler 4: Gasgebühren nicht berücksichtigen
Gasgebühren und Trading-Fees sind abzugsfähig — sie reduzieren deinen steuerpflichtigen Gewinn. Vergiss nicht, sie zu dokumentieren.
Fehler 5: FIFO/LIFO-Methode wechseln
Du musst dich pro Wallet/Börse für eine Methode entscheiden und diese **konsistent** anwenden. Ein Wechsel zwischen FIFO und LIFO bei jedem Verkauf ist nicht zulässig.
Fehler 6: Freigrenze mit Freibetrag verwechseln
Die 1.000-€-Freigrenze ist KEINE Freibetrag! Bei 1.001 € Gewinn ist der **gesamte** Betrag steuerpflichtig, nicht nur der eine Euro darüber.
Fehler 7: Ausländische Börsen = unsichtbar für das Finanzamt
Falsch. Deutsche Finanzämter tauschen Informationen mit anderen Ländern aus (CRS — Common Reporting Standard). Außerdem sind Blockchain-Transaktionen öffentlich und können analysiert werden. Verschweige keine Gewinne.
Fehler 8: Steuererklärung komplett weglassen
Selbst wenn du denkst, alle Gewinne seien steuerfrei (z. B. wegen Haltefrist), dokumentiere deine Transaktionen. Das Finanzamt kann auch nach Jahren noch Nachweise verlangen (10 Jahre Aufbewahrungspflicht). ## Zusammenfassung — Die wichtigsten Regeln auf einen Blick | Regel | Details | |---|---| | **1-Jahres-Haltefrist** | Nach 1 Jahr steuerfrei verkaufen | | **1.000 € Freigrenze** | Gesamtgewinn aus §23 unter 1.000 € → steuerfrei | | **256 € Freigrenze** | Staking/Lending-Einkünfte unter 256 € → steuerfrei | | **Staking ≠ Haltefrist-Verlängerung** | Staken ohne Sorge | | **Krypto-zu-Krypto = Verkauf** | Jeder Tausch ist steuerrelevant | | **Persönlicher Steuersatz** | 14–45 % (nicht 25 % Abgeltungssteuer) | | **FIFO als Standard** | Älteste Coins werden zuerst verkauft | | **Dokumentationspflicht** | 10 Jahre Aufbewahrung | | **Steuer-Tool = Pflicht** | Ab mehr als einer Handvoll Transaktionen | **Deutschland bietet mit der 1-Jahres-Haltefrist einen der größten Steuervorteile für Krypto-Anleger weltweit — wer strategisch vorgeht und seine Coins mindestens ein Jahr hält, zahlt auf Gewinne exakt null Euro Steuern.** ## 16. Gewerbliche Krypto-Tätigkeit — Wann wirst du zum Unternehmer?
Wann wird Krypto gewerblich?
Nicht jeder Krypto-Nutzer ist Privatanleger. Das Finanzamt kann eine **gewerbliche Tätigkeit** feststellen, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind: | Kriterium | Privat | Gewerblich | |---|---|---| | **Handelsfrequenz** | Gelegentlich | Täglich, hunderte Trades | | **Gewinnerzielungsabsicht** | Langfristig (HODL) | Kurzfristig (Day Trading) | | **Fremdkapitaleinsatz** | Nein | Ja (Margin, Leverage) | | **Professionelle Infrastruktur** | Laptop + Börsen-App | Trading-Bots, Multi-Monitor, API-Systeme | | **Anteil am Einkommen** | Nebeneinkünfte | Haupteinnahmequelle | | **Mining** | Ein GPU als Hobby | Mining-Farm mit mehreren Geräten |
Konsequenzen der Gewerblichkeit
Wenn das Finanzamt gewerbliche Tätigkeit feststellt: - **Einkommensteuer** auf alle Gewinne (persönlicher Steuersatz) - **Gewerbesteuer** (kommunaler Hebesatz, typisch 14–17 %) - **Umsatzsteuer** (ggf., abhängig vom Umsatz) - **KEINE 1-Jahres-Haltefrist** — alle Verkäufe steuerpflichtig! - **Buchführungspflicht** — Ordnungsgemäße Buchführung erforderlich Die wegfallende Haltefrist ist der größte Nachteil — du verlierst den wichtigsten Steuervorteil für Krypto in Deutschland.
Wie vermeidest du eine gewerbliche Einstufung?
1. **Halte deine Handelsfrequenz moderat** — Gelegentliches Trading ist privat 2. **Kein Fremdkapital** — Vermeide Margin-Trading und Leverage 3. **Kein Bot-Trading** — Automatisiertes Trading kann als professionell gelten 4. **Mining nur als Hobby** — Kleines Setup, niedrige Investition 5. **Dokumentiere deine Motivation** — „Langfristiger Vermögensaufbau" ist besser als „aktives Trading" > **Im Zweifel:** Konsultiere einen auf Krypto spezialisierten Steuerberater. Die Abgrenzung privat/gewerblich ist im Einzelfall zu prüfen. ## 17. Krypto und Erbschaft/Schenkung
Schenkung von Kryptowährungen
Wenn du Kryptowährungen verschenkst: - **Schenkungssteuer** kann anfallen (abhängig von Verwandtschaftsgrad und Freibetrag) - Freibeträge: 500.000 € (Ehepartner), 400.000 € (Kinder), 200.000 € (Enkel), 20.000 € (Sonstige) — alle 10 Jahre erneut - Der **Beschenkte übernimmt die Anschaffungsdaten** des Schenkers (Kaufzeitpunkt, Kaufpreis) - Die [Haltefrist](/steuern/haltefrist) des Schenkers wird **fortgeführt** — der Beschenkte muss nicht von vorne anfangen - Geschickter Einsatz: Verschenke Coins an Familienmitglieder mit niedrigerem Steuersatz
Erbschaft von Kryptowährungen
Bei Vererbung: - **Erbschaftssteuer** kann anfallen (gleiche Freibeträge wie bei Schenkung) - Der Erbe übernimmt den **Buchwert** (Anschaffungskosten des Erblassers) - Die [Haltefrist](/steuern/haltefrist) wird fortgeführt - **Praktisches Problem:** Hat der Erblasser die [Seed Phrase](/seed-phrase) nicht hinterlassen, sind die Coins möglicherweise unzugänglich! → Nachlassplanung ist wichtig
Tipp: Krypto-Nachlassplanung
Stelle sicher, dass deine Erben Zugang zu deinen Kryptowährungen haben: - Hinterlege die Seed Phrase in einem versiegelten Umschlag beim Notar - Nutze ein multisig-Setup, bei dem mehrere Vertrauenspersonen zusammenwirken müssen - Informiere eine Vertrauensperson über die Existenz deiner Krypto-Holdings ## 18. Checkliste — Krypto-Steuern richtig machen Nutze diese Checkliste, um sicherzustellen, dass du steuerlich alles richtig machst:
Vor dem Trading/Investieren
- [ ] [Steuer-Tool](/steuern/steuer-tools) einrichten (CoinTracking, Blockpit oder Accointing) - [ ] Alle Börsen und Wallets verbinden (API oder CSV-Import) - [ ] Verbrauchsfolgenmethode festlegen (FIFO empfohlen) - [ ] Seed Phrases und Wallet-Adressen dokumentieren - [ ] Steuerberater kontaktieren (bei komplexen Portfolios)
Während des Jahres
- [ ] Jede neue Börse/Wallet sofort im Steuer-Tool importieren - [ ] Staking- und Lending-Rewards werden automatisch getrackt (API) - [ ] DeFi-Transaktionen regelmäßig prüfen (monatlich) - [ ] Tax-Loss-Harvesting Opportunities identifizieren (vor Jahresende) - [ ] Freibeträge im Blick behalten (1.000 € §23 / 256 € §22 Nr. 3)
Nach Jahresende
- [ ] Steuerbericht im Tool generieren (Land: DE, Methode: FIFO, Jahr: 2025) - [ ] Bericht auf Plausibilität prüfen - [ ] Gewinne und Einkünfte in Anlage SO eintragen - [ ] Belege und Berichte 10 Jahre aufbewahren - [ ] Nachzahlung einplanen (oder Erstattung freuen!)
Spezielle Situationen
- [ ] Bei DeFi-Nutzung: Alle Protokoll-Interaktionen dokumentiert? - [ ] Bei NFT-Handel: Mint-Kosten und Verkaufserlöse erfasst? - [ ] Bei Airdrops: Zufluss-Werte zum Erhaltsdatum notiert? - [ ] Bei Mining: Strom- und Hardwarekosten als Werbungskosten? - [ ] Bei Schenkung/Erbschaft: Steuerberater konsultiert? Weiterführende Guides: - [Haltefrist im Detail →](/steuern/haltefrist) - [Staking Steuern →](/steuern/staking-steuern) - [Steuer-Tools Vergleich →](/steuern/steuer-tools) - [Steuern-Übersicht →](/steuern) ## 19. Glossar — Die wichtigsten Steuer-Begriffe | Begriff | Erklärung | |---|---| | **§23 EStG** | Gesetzliche Grundlage für die Besteuerung privater Veräußerungsgeschäfte. Kryptowährungen fallen als „andere Wirtschaftsgüter" hierunter. | | **§22 Nr. 3 EStG** | Gesetzliche Grundlage für sonstige Einkünfte. [Staking-Rewards](/steuern/staking-steuern), Lending-Zinsen und Mining-Erträge fallen hierunter. | | **Privates Veräußerungsgeschäft** | Steuerlicher Fachbegriff für den Verkauf von Wirtschaftsgütern (inkl. Krypto) innerhalb der Spekulationsfrist (1 Jahr). | | **FIFO (First In, First Out)** | Verbrauchsfolgenmethode: Die zuerst gekauften Coins werden als erstes verkauft. Standard für die [Haltefrist](/steuern/haltefrist)-Berechnung. | | **LIFO (Last In, First Out)** | Alternative Verbrauchsfolgenmethode: Die zuletzt gekauften Coins werden als erstes verkauft. | | **Freigrenze** | Betrag, bis zu dem Einkünfte steuerfrei sind. Bei Überschreitung wird der gesamte Betrag besteuert (anders als ein Freibetrag). | | **Freibetrag** | Betrag, der von den Einkünften abgezogen wird. Nur der übersteigende Betrag wird besteuert. | | **Zufluss** | Zeitpunkt, zu dem Coins in deinem Wallet/Account erscheinen. Bei Staking/Lending = Zeitpunkt der Steuerpflicht. | | **Anschaffungskosten** | Kaufpreis + Gebühren. Basis für die Gewinnberechnung beim Verkauf. | | **BMF-Schreiben** | Offizielles Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen. Das Schreiben vom 10.05.2022 ist die Hauptreferenz für Krypto-Steuern. | | **KESt** | Kapitalertragsteuer (Österreich). 27,5 % auf Krypto-Gewinne. | | **Abgeltungssteuer** | Pauschalsteuer auf Kapitalerträge in Deutschland (25 % + Soli). Gilt für Krypto-[ETFs](/krypto-sparplan/krypto-etf), NICHT für direkten Krypto-Kauf. | | **Tax-Loss-Harvesting** | Strategie, bei der Verlust-Positionen verkauft werden, um Gewinne steuerlich zu reduzieren. | | **Wash Sale** | Verkauf mit Verlust und sofortiger Rückkauf. In Deutschland für §23-Geschäfte NICHT verboten (anders als in den USA). | | **Gewerblichkeit** | Einstufung als gewerbliche Tätigkeit. Führt zu Gewerbesteuer und Verlust der 1-Jahres-Haltefrist. | > **Rendite trotz Steuern?** Entdecke steueroptimierte Strategien in unserem [Pro-Bereich →](/pro)

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